+++ Audi-Manager ziehen in internem Dossier über eigenen Vorstand her +++

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„Ängstlich, überfordert, unglaubwürdig"
Audi-Manager ziehen in internem Dossier über eigenen Vorstand her

Diesel-Skandal, schwache Absatzzahlen, Führungskrise: Audi hat Probleme und das geht offenbar auch den Managern des Autobauers gegen den Strich. Konzernintern kursiert offenbar ein Dossier, das hart mit dem Vorstand ins Gericht geht. Audi-Chef Rupert Stadler und andere Topmanager müssten weg, heißt er darin. Mutterkonzern VW distanziert sich von dem Papier.

Das interne Dossier, über das „Bild am Sonntag" berichtet, geizt nicht mit harscher Kritik an den Vorstandsmitgliedern von Audi. VW-Kommunikationschef Hans-Gerd Bode gefällt das wenig. Er sagte der Zeitung, dass die Äußerungen nicht davon zeugten, „dass dort qualifizierte Mitarbeiter zu Wort kommen". VW und Audi distanzieren sich und dementieren eine drohende Ablösung Stadlers.

Die Autoren des Papiers, das laut „Bild am Sonntag" in Wolfsburger Führungsetagen kursiert, haben am Zustand des Konzerns einiges auszusetzen. „Bei Audi hat man zu lange gezaudert und taktiert, Risiken gescheut, nicht entschieden", kritisieren sich demnach. Vor allem nach dem Diesel-Skandal sei eine Neuausrichtung erwartet worden, doch inzwischen mache sich Resignation breit.

Nicht-Entscheider Stadler

Der Hauptschuldige dafür sei Vorstandschef Stadler, denn er habe „keine Visionen, kein strategisches Zielbild". Zwar sei er hochintelligent, doch er zögere Entscheidungen hinaus und es mangele ihm erheblich an Empathie. Vor allem sei er „nach fast zehn Jahren an der Spitze unglaubwürdig als zupackender Veränderer". Die Belegschaft nehme ihn als Nicht-Entscheider wahr.

Ähnlich harsche Worte finden die Autoren laut der Zeitung für Stadlers Kollegen: Finanzvorstand Axel Strotbeck sei „ängstlich getrieben" und „beim Thema Diesel überfordert". Produktionsvorstand Hubert Waltl sei als Werkzeugmacher „fachlich exzellent", ansonsten aber „intellektuell schnell überfordert". Und Personalvorstand Thomas Sigi sei „persönlich beleidigend und bedrohend."

Pläne für Audi und VW

Egal wie wahr oder unwahr die Einschätzungen der unbekannten Autoren sind, Stadlers Tage sind womöglich wirklich gezählt. So berichtet „Bild" aus internen Quellen, dass VW-Chef Matthias Müller bereits nach einem Nachfolger sucht. Sein Wunschkandidat, Porsche-Chef Oliver Blume , soll es jedoch nicht werden. Für den Erfolgsmanager haben die Eigentümer demnach andere Pläne.

So hätten die VW-Eigentümerfamilien Porsche und Piëch Blume als Nachfolger von VW-Chef Müller vorgesehen, wenn dessen Vertrag im Jahr 2020 ausläuft. Laut der Zeitung gibt es Befürchtungen, dass ein vorheriger Wechsel zu Audi Blume beschädigen könnte. Stadler soll demnach den Diesel-Skandal und die anderen Probleme des Ingolstädter Autobauers selbst ausbaden. VW dementierte jegliche Pläne.

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dn/
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