- Parteitag der SPD in Dortmund
- Sozialdemokraten beschließen Regierungsprogramm für Bundestagswahl
- Martin Schulz wird mit Spannung erwartete Rede halten
- FOCUS-Online-Korrespondentin Martina Fietz vor Ort
12.01 Uhr: Jetzt spricht Juso-Chefin Johanna Uekermann – und stellt am Ende ihrer Rede Martin Schulz vor.
11.48 Uhr: Weitblick und Augenmaß wünsche er Martin Schulz, sagt Schröder – so wie Helmut Schmidt es ihm damals gewünscht habe. „In diesem Sinne: Auf in den Kampf!" Damit beendet Schröder seine Rede. Standing Ovations für den Altkanzler.
11.47 Uhr: „Ich weiß, dass ich es euch in meiner Zeit als Kanzler und Parteivorsitzender nicht leichtgemacht habe. Aber, das füge ich leise hinzu: Ihr es mir auch nicht." Ein verschmitztes Lächeln des Altkanzlers. Martin Schulz jedoch habe sämtliche Unterstützung verdient.
11.45 Uhr: Dann spricht der Altkanzler Andrea Nahles persönlich an. „Jetzt muss ich eines gleich hinzufügen: Ich muss sagen, mit dem Rentenkonzept seid ihr auf dem richtigen Dampfer, aber ich hatte nicht erwartet, dass du das so toll machen würdest." Ein vergiftetes Lob für die Arbeitsministerin? Die hatte die Agenda 2010 bei ihrer Einführung noch scharf abgelehnt.
11.44 Uhr: Schröder betont jetzt die Nähe zu den Gewerkschaften – ein klares Signal vom „Genossen der Bosse". Die SPD sei in Fragen der Gerechtigkeit auch die einzige Alternative, nicht wie die Linke mit ihren „dubiosen Forderungen".
11.42 Uhr: „Ich gebe zu, ich habe das neue SPD-Parteiprogramm nicht in seiner vollen Länge gelesen. Sehen Sie mir es bitte nach, liebe Genossinnen und Genossen." Die Delegierten lachen. Dem Applaus nach zu urteilen verzeihen sie ihm tatsächlich.
11.41 Uhr: „Frieden und Stabilität in Europa kann es nur geben, wenn wir vernünftige Beziehungen zu unserem großen Nachbarn Russland haben. Und ich bin mir sicher, in der Tradition unserer Ostpolitik wäre weitaus mehr möglich gewesen. Und ich bin mir sicher, dass Martin Schulz sich dafür einsetzen wird."
11.39 Uhr: Man müsse diesen neuen Vereinigten Staaten die Stirn bieten, so Schröder – sowohl in der Außenpolitik als auch in der Handelspolitik. Ein Einknicken „können wir im Interesse unserer Beschäftigten nicht zulassen."
Schröder greift Merkel an: „Wenn ich höre, wer sich jetzt alles von den USA emanzipieren will …"
11.36 Uhr: Klar wird schon jetzt: Es ist eine leidenschaftliche, mitreißende Rede, die Schröder da hält. Etwa als es um die USA unter Donald Trump geht: „Wenn ich höre, wer sich jetzt alles von den USA emanzipieren will, wundere ich mich selbst über Auftritte in bayerischen Bierzelten. Das waren doch diejenigen, die den Amerikanern in allem, sogar in den Irak-Krieg folgen wollten. Und wir waren dafür als Antiamerikaner beschimpft worden."
11.35 Uhr: „Auch in der Europapolitik stünden wir besser da", sagt Schröder. „Die Euro-Krise ist auch auf Schäuble und Merkel zurückzuführen."
11.34 Uhr: Das Land wäre besser, wenn die SPD durchgängig an der Macht wäre, sagt Schröder. Als Beispiele führt er den Bildungsbereich und die soziale Gerechtigkeit an.
11.33 Uhr: „Die Schwarzen glauben, dass der Staat ihnen gehöre, dass es ein Betriebsunfall sei, wenn die SPD den Kanzler stellt. Aber wir haben bewiesen, dass wir es können, dass wir es besser können!"
11.32 Uhr: „Man muss die Macht, man muss dieses Amt unbedingt wollen", erklärt der Altkanzler. Für ihn war Machthunger noch nie ein Problem. Aber Martin Schulz habe ebenfalls diese Eigenschaft, es unbedingt zu wollen, lobt Schröder.
11.31 Uhr: „Nicht Journalisten, nicht Umfrage-Menschen entscheiden Wahlen – sondern die Wählerinnen und Wähler. Und wir wissen, dass sich ein Drittel der Wähler erst am Wahltag oder kurz zuvor entscheidet." Diese Wähler müsse die SPD nun abholen.
11.30 Uhr: Zu Beginn übt sich der Altkanzler im Mutmachen: Die Umfragen hätten 2005 auch schlecht ausgesehen. „Aber was war am Ende?" Am Ende lagen Union und SPD knapp beieinander, so Schröder – auch wenn es für ihn knapp nicht gereicht habe. „Aber wir haben gekämpft und wir haben aufgeholt. Das geht heute auch!"
11.28 Uhr: Zeit für Gerd: Jetzt spricht Altkanzler Gerhard Schröder.
Schwesig peitscht die Menge ein
11.23 Uhr: Jetzt wird es erstmal um Formalien gehen: Wahl des Parteitagspräsidiums, Beschlussfassung über die Tagesordnung, solche Dinge. Danach soll aber Martin Schulz sprechen.
11.13 Uhr: Schwesig gibt sich alle Mühe, die Genossinnen und Genossen einzupeitschen. „Dieses Land muss besser regiert werden als unter einer Kanzlerin Merkel", ruft sie in die Menge. „Die nur eines im Sinn hat: aussitzen, abschwächen und wegschwurbeln – damit niemand merkt, dass der Akku leer ist. Wir brauchen Martin Schulz!"
11.01 Uhr: Manuela Schwesig begrüßt die Delegierten. Und die designierte Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern gibt gleich die Marschroute vor: „Die Aufholjagd ist eröffnet!"
10.55 Uhr: Der Parteitag beginnt: Unter lautem Jubel und leidlich rhythmischem Klatschen zieht die SPD-Spitzenriege in die Westfalenhalle ein. Für Kanzlerkandidat Martin Schulz gibt es selbstverständlich eine große Runde Extra-Applaus. Mehr Applaus bekommen nur Altkanzler Gerhard Schröder – und der türkische Journalist Can Dündar, der von der Regierung Erdogan verfolgt wird.
Intensive Sicherheitskontrollen – Beginn des Parteitags verzögert sich stark
10.32 Uhr: Mittlerweile ist auch der Grund klar, aus dem sich der SPD-Parteitag verzögert: Die Sicherheitskontrollen am Eingang sind so intensiv, dass noch immer nicht alle Delegierten in der Halle sind, berichtet FOCUS-Online-Korrespondentin Martina Fietz. Um 10:45 Uhr soll es aber losgehen.
10.24 Uhr: Der Beginn des Parteitags verzögert sich offensichtlich noch – und damit auch der Auftritt von Gerhard Schröder. Die Rede des Altkanzlers, der noch vor Schulz sprechen soll, wird mit Spannung erwartet. Immerhin ist Schröder der Architekt der Agenda 2010, die Schulz in Teilen wieder abwickeln will.
09.40 Uhr: Herzlich willkommen zum Live-Ticker zum SPD-Parteitag auf FOCUS Online! Der heutige Tag ist wichtig für die SPD, denn die Sozialdemokraten beschließen heute in aller Form ihr offizielles Programm für die Bundestagswahl. Außerdem ist es der Tag, an dem Kanzlerkandidat Martin Schulz offiziell die Wende einleiten will für seine zuletzt in den Umfragen arg gebeutelte Partei.
Schulz hat sich jedenfalls am Tag zuvor kämpferisch und siegessicher gezeigt. „Wir halten zusammen, wir sind eine starke Partei, wir sind kampfbereit", sagte er am Samstagabend auf einem Grillfest im Stadion Rote Erde, in dem die Amateure von Borussia Dortmund spielen. Er zeigte sich zuversichtlich, dass der Rückstand zur Union im Wahlkampf noch aufgeholt werden kann. Schulz verwies zum Beispiel auf eine Umfrage, nach der 60 Prozent die Wahl noch nicht für entschieden hielten.
Der Parteitag soll um zehn Uhr mit einer Eröffnungsrede beginnen. Nach ein paar organisatorischen Tagesordnungspunkten soll dann Martin Schulz gleich das Wort ergreifen.
Im Video: Bittere Nachricht vor Parteitag – Schulz-SPD in Umfrage so schlecht wie unter Gabriel