+++ Superzelle prallt jetzt auf Norddeutschland - es drohen Tornados +++

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  EILMELDUNG   22.06.2017, 13:40
Wetter aktuell
Superzelle prallt jetzt auf Norddeutschland - es drohen Tornados

Der Sommer ist nun auch offiziell da und fast überall in Deutschland schwitzen die Menschen bei Temperaturen über 30 Grad. Nach der kürzesten Nacht des Jahres erreicht die Hitzewelle vorerst ihren Höhepunkt. Alle aktuellen Informationen lesen Sie im Wetter-Ticker von FOCUS Online.

Bahn stellt Verkehr im Norden wegen Unwetters ein

13.21 Uhr: Wegen eines heftigen Unwetters hat die Deutsche Bahn den Verkehr zwischen Hannover, Hamburg, Kiel und Bremen eingestellt. Das teilte die Bahn am Donnerstag über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. Das regionale Bahnunternehmen Metronom teilte mit, durch das starke Unwetter und dadurch umgestürzte Bäume seien Strecken kaum oder nur mit großen Einschränkungen zu befahren.

Betroffen seien die Linien von Uelzen, Bremen und Cuxhaven nach Hamburg. Züge könnten gar nicht mehr oder nur mit großen Verspätungen fahren. In Hamburg warnten Polizei und Feuerwehr vor dem Unwetter mit Blitz und Donner, Hagel und starkem Regen.

Superzelle prallt jetzt auf Norddeutschland - es drohen Tornados

10.19 Uhr: In Schleswig-Holstein toben bereits Unwetter. Eine Gewitterzelle, die sich in der Nacht über Großbritannien ausgebildet hat, ist noch weiter über Norddeutschland angewachsen. Die Superzelle, die sich in einer Höhe von etwa 12 Kilometer befindet, hat mittlerweile einen Durchmesser von 200 Kilometern. Sie hat am Donnerstagmorgen die schleswig-holsteinische Küste erreicht und ist bei St. Peter Ording an Land gegangen.

Aus der Superzelle könnte sich sogar ein Tornado ausbilden. Im Moment sieht es nicht so aus, als ob sie an Dynamik verliert. Durch die Drehung, die sich in den unteren Luftschichten bilden, sind die Zutaten für einen Wirbelsturm gegeben. Der Deutsche Wetterdienst warnt vor Orkanböen mit Geschwindigkeiten bis 120 Stundenkilometer, heftigem Starkregen und Hagel mit Korngrößen um drei Zentimeter.

Hitzewelle erreicht Höhepunkt - Hagel und Gewitter drohen

Donnerstag, 22. Juni, 09.14 Uhr: Die Hitzewelle in Deutschland erreicht an diesem Donnerstag - einen Tag nach dem offiziellen Sommerbeginn - ihren bisherigen Höhepunkt. Im Südwesten könnten die Temperaturen auf 38 Grad klettern, wie der Deutsche Wetterdienst in Offenbach am Mittwoch mitteilte. Tief "Paul" bringt demnach auch Hitze Richtung Norden und Nordosten, so dass auch dort mehr als 30 Grad möglich sind. Mit der Hitze bleibt die Waldbrandgefahr. Am Mittwoch war die Gefahrenstufe laut DWD vor allem in Bayern mancherorts noch hoch.

Das galt auch für einige Gebiete in Baden-Württemberg. Beispielsweise in Stuttgart sind seit Mittwoch alle öffentlichen Grillstellen in Grünanlagen und im Wald gesperrt. "Bereits unachtsam weggeworfene Glasflaschen können über den Lupeneffekt Brände auslösen", sagte der stellvertretende Amtsleiter des Garten-, Friedhofs- und Forstamtes, Hagen Dilling.

Derweil feierten vor allem die Skandinavier den längsten Tag des Jahres und die Sommersonnenwende. Die Schweden fahren häufig mit der Familie und Freunden ins Sommerhäuschen, wo draußen im Garten an langen Tischen geschlemmt und später getanzt wird. Zum Festmahl gehören etwa Hering, Kartoffeln, Erdbeeren, Schnaps und Knäckebrot.

Extrem heiß war es auch in Frankreich. Vor allem im Südwesten, in der Mitte und im Osten des Landes werden Spitzentemperaturen von 35 bis 38 Grad erwartet.

In der Pariser Metro riefen automatische Durchsagen in mehreren Sprachen die Menschen dazu auf, regelmäßig Wasser zu trinken und sich möglichst auch die Haut zu befeuchten. Die französische Post bot an, dass ihre Briefträger in den betroffenen Regionen etwa bei alleinlebenden Senioren nach dem Rechten sehen. Seitdem im Sommer 2003 bei einer langen Hitzeperiode in Frankreich mehrere Tausend Menschen gestorben waren, ordnet die Pariser Regierung bei anhaltender Hitze Vorsichtsmaßnahmen an.

In der französischen Hauptstadtregion führten die hohen Temperaturen und die starke Sonne auch zu einer starken Ozon-Verschmutzung der Luft. Deshalb soll ab Donnerstag der Straßenverkehr eingeschränkt werden - dann dürfen in Paris und den unmittelbaren Vororten Autos mit schlechter Schadstoffklasse nicht mehr fahren.

Im Laufe des Donnerstags wird sich das Wetter in Deutschland ändern: Dann sollen sich laut DWD von der Mitte bis in den Norden teilweise heftige und unwetterartige Gewitter entwickeln. "Dabei sind Starkregen, schwere Sturmböen und großer Hagel möglich", warnten die Meteorologen. Im Süden sind Gewitter seltener und treten voraussichtlich vor allem im Bergland auf.

Auch in der Nacht zum Freitag sind in Teilen des Landes Hagel, Starkregen und schwere Sturmböen zu erwarten. Im Tagesverlauf bleibt es im Norden wechselnd bis stark bewölkt. Viel Sonne gibt es im Süden. Teils kräftige Gewitter drohen einmal mehr im Bergland. Die Temperaturen steigen am Freitag auf 19 bis 25 Grad im Norden, sonst werden 26 bis 34 Grad erwartet.

Im Video: Tropische Hitze in Deutschland: Hier drohen nachmittags heftige Unwetter

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mh/dpa
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