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Zu hohe Kosten
Experten warnen vor Ende des Booms: Bauen lohnt sich bald nicht mehr

Stahlpreis, Klimaschutz, Steuern, Handwerker: Die Immobilienwirtschaft klagt über hohe und immer weiter steigende Baukosten. Experten warnen jetzt: Der Boom könnte schon bald ein jähes Ende finden - trotz unvermindert großer Nachfrage.

Schon jetzt würden vereinzelt Projekte abgesagt, weil sich diese für Investoren wegen steigender Baukosten nicht mehr lohnten, sagte der Präsident des Zentralen Immobilien Ausschusses (ZIA), Andreas Mattner, der Deutschen Presse-Agentur. „Vor einem Jahr ist der Baupreis deutlich gestiegen. Dann verharrte er eine Zeit lang auf einem Plateau. Jetzt zeigt der Pfeil wieder etwas nach oben."

Neben dem Stahlpreis, den Klimaschutz-Vorschriften und der Grunderwerbssteuer sei auch der Anstieg der Handwerkerkosten ein preistreibender Faktor am Bau. Vor allem in den Metropolen seien Handwerker kurzfristig oft kaum zu bekommen. Auf Ausschreibungen meldeten sich deutlich weniger Firmen.

Mitarbeiter fehlen – doch Betriebe trauen der guten Konjunktur nicht

Unter dem Handwerkermangel leiden derzeit allerdings nicht nur Immobilienentwickler, sondern auch öffentliche Bauherren. Privatleute müssen in Großstädten wie Köln, Frankfurt oder Berlin zum Teil Monate warten, wenn sie etwa Fenster austauschen oder ein Badezimmer sanieren wollen.

Viele Betriebe zögerten aber trotz voller Auftragsbücher mit der Einstellung neuer Mitarbeiter, sagte Mattner. Sie seien unsicher, wie lange die gute Konjunktur anhalten werde. Auch fehle es vielerorts an Auszubildenden.

Baugenehmigungen gehen um neun Prozent zurück

Im vergangenen Jahr war die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen um rund 60.000 auf über 375.000 gestiegen. In den ersten vier Monaten 2017 sank sie laut Statistischem Bundesamt aber um neun Prozent gemessen am Vorjahreszeitraum.

Nach Berechnungen des Ifo-Institutsmüssten bis 2020 in Deutschland pro Jahr rund 385.000 Wohnungen entstehen , um den Bedarf zu decken und eine Wohnungsnot zu bekämpfen.

VIDEO: Münchner lebt seit halbem Jahr im Zug – weil er keine Wohnung findet

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pom/dpa
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