+++ Unwetter-Chaos im Norden – zwei Tote – heißester Tag des Jahres mit 37,1 Grad +++

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Unwetter-Chaos im Norden – zwei Tote – heißester Tag des Jahres mit 37,1 Grad

Im Süden scheint die Sonne, im Norden herrscht am Himmel eine explosive Mischung: Fern- und Regionalzüge rollen am Donnerstag nicht mehr. In Hamburg haben Wetterexperten einen Tornado beobachtet. Alle aktuellen Informationen lesen Sie im Wetter-Ticker von FOCUS Online.

Fernverkehr zwischen Berlin und Düsseldorf unterbrochen

06.32 Uhr: Wegen eines Unwetterschadens auf der Bahnstrecke zwischen Bielefeld und Gütersloh ist der Fernverkehr zwischen Berlin und Düsseldorf seit dem frühen Freitagmorgen unterbrochen. Auch der Regionalverkehr ist betroffen, wie eine Bahnsprecherin sagte. Ein ICE musste seine Fahrt auf der Strecke gegen 3.00 Uhr unterbrechen und wurde später mit einer Diesellok abgeschleppt. Ob die Fahrgäste den Zug zuvor verlassen konnten, war zunächst unklar.

Unwetter ziehen nach Ostdeutschland

06.22 Uhr: In der Nacht ist die Unwetterfront aus dem Norden über Berlin und die östlichen Bundesländer abgezogen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hob viele Warnungen auf. Mit weiteren Gewittern ist heute vor allem in Südbayern zu rechnen. Dabei kann es vereinzelt auch zu Starkregen und Hagel kommen, heißt es beim DWD. In den anderen Bundesländern hört mit den Unwettern auch die große Hitze auf. An Nord- und Ostsee fallen die Temperaturen heute auf 17 bis 20 Grad. In Mitteldeutschland ist mit Temperaturen von bis zu 35 Grad zu rechnen. Heiß bleibt es dagegen am Oberrhein und in Baden-Württemberg. Dort wird es voraussichtlich bis zu 33 Grad warm.

Zugverkehr um Hamburg stockt - auch Fernverkehr betroffen

Freitag, 23. Juni, 06.16 Uhr: Bahnreisende müssen sich in und um Hamburg auch am Tag nach dem schweren Unwetter auf Zugausfälle und Verspätungen einstellen. Nachdem am Donnerstag mehrere Gewitterfronten Fern- und Nahverkehr lahmgelegt hatten, ist die Strecke Hannover-Hamburg weiter für Aufräumarbeiten gesperrt, wie eine Sprecherin der Bahn am Morgen erklärte. Der Fernverkehr werde umgeleitet. Die Strecke zwischen Hamburg und Bremen war in der Nacht hingegen wieder freigegeben worden.

Auch im Nahverkehr des Metronom gebe es erhebliche Einschränkungen, wie das Bahnunternehmen auf seiner Website bekanntgab. Reisende sollten sich im Internet erkundigen, ob ihre Züge fahren. Im Hamburger Stadtverkehr wird auf der Linie S3 der Abschnitt Neugraben-Stade mit Bussen und Taxen bedient, wie ein Bahnsprecher sagte.

Die Feuerwehr wurde laut eines Sprechers bis zum Freitagmorgen gut 240 Mal zur Hilfe gerufen. Am Bahnhof Altona richteten Hilfsorganisationen demnach eine Notunterkunft für gestrandete Bahnreisende ein. Gut 300 Schlafplätze richteten die Einsatzkräfte in einer Schule ein. Die Bahn stellte vier Schlafzüge bereit.

Bei den Einsätzen der Feuerwehr waren am Donnerstagmittag und am Abend laut Sprecher meist Bäume auf Straßen, Häuser oder Gleise gefallen. Verletzt wurde bei dem Unwetter niemand.

Trotz Unwetter-Chaos: Heute war der heißeste Tag des Jahres

20.59 Uhr: Schon einen Tag nach dem kalendarischen Sommeranfang hat es in Deutschland den bisher heißesten Tag des Jahres 2017 gegeben. Wie der Deutsche Wetterdienst in Offenbach mitteilte, wurden am Donnerstag in Andernach (Rheinland-Pfalz) 37,1 Grad gemessen!

Kurz dahinter lag Köln (Nordrhein-Westfalen) mit 37,0 Grad. Auf Platz drei war Trier (Rheinland-Pfalz) mit 36,7 Grad, ebenso wie die Station auf dem Flughafen Köln/Bonn.

Zweites Todesopfer: 83-Jährige fährt durch umgestürzten Baum und stirbt

20.25 Uhr: In Niedersachsen ist bei dem schweren Unwetter am Donnerstag noch ein zweiter Mensch ums Leben gekommen. Im Kreis Gifhorn starb eine 83 Jahre alte Frau, nachdem sie mit ihrem Auto durch das Geäst eines umgestürzten Baumes gefahren war. Der Baum müsse unmittelbar vor der Frau in Alt Isenbüttel auf die Bundesstraße 244 gekippt sein, teilte die Polizei am Abend mit. Die gesamte Dachpartie des Autos sei eingedrückt worden, der Wagen kam aber erst später zum Stehen. Woran die alte Dame genau gestorben sei, müsse noch geklärt werden, sagte Polizeisprecher Christoph Nowak.

Gabalier-Konzert wegen schweren Unwetters in Hamburg verschoben

20.20 Uhr: Wegen des schweren Unwetters in Hamburg ist das Konzert von Schlagersänger Andreas Gabalier am Donnerstag auf der Trabrennbahn verschoben worden. Nach Rücksprache mit der Polizei und Feuerwehr entschied der Veranstalter Semmel Concerts GmbH, das Konzert voraussichtlich auf den 30. August zu verlegen. "Wir wollen die Konzertbesucher nicht der Gefahr aussetzten, verletzt zu werden", hieß es in einer Mitteilung des Veranstalters. Gabalier unterstrich diese Entscheidung: "Ich habe mich so sehr auf meine Fans hier im Norden gefreut. Aber die Sicherheit geht in solchen Momenten einfach vor. Wir werden es voraussichtlich im August nachholen."

Heftige Unwetter im Osten – mehrere Leichtverletzte

19.50 Uhr. Heftige Unwetter sind über Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen hinweggezogen. Betroffen war am Donnerstagnachmittag vor allem der Norden von Sachsen-Anhalt. Die Polizei musste zu zahlreichen Einsätzen ausrücken. Bäume stürzten um und Keller liefen voll, wie ein Polizeisprecher in Magdeburg sagte.

Am frühen Abend erreichten die Gewitter den Süden des Landes. Größere Schäden habe es aber zunächst nicht gegeben, sagte ein Sprecher der Polizei in Halle. Am Abend sollten weitere Gewitter in Richtung Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen ziehen.

Die Polizeidirektion in Magdeburg berichtete von rund 450 Einsätzen wegen des Wetters. In den nördlichen Landkreisen stürzten zahlreiche Bäume um, manche trafen auch Autos. Es gab mehrere Leichtverletzte, wie ein Polizeisprecher sagte.

Bei Letzlingen und in Magdeburg kippten Lastkraftwagen wegen des Windes um. In Gommern (Kreis Jerichower Land) knickte durch den Starkwind die Kirchturmspitze ab. Das Metal-Festival Full Force bei Gräfenhainichen im Osten Sachsen-Anhalts wurde wegen des Unwetters unterbrochen.

Zugverkehr in Norddeutschland rollt teilweise wieder

17.56 Uhr: Auf den wichtigen Strecken Hamburg-Berlin und Hannover-Berlin ist der Zugverkehr wieder aufgenommen. Das teilte die Deutsche Bahn am späten Donnerstagnachmittag mit. Damit werden auch die Bahnhöfe Wolfsburg und Braunschweig wieder angefahren.

Weiterhin gesperrt bleiben hingegen die Strecken Hamburg-Hannover und Hamburg-Bremen. An mehreren Streckenabschnitten blockierten entwurzelte Bäume die Gleise, diverse Oberleitungen seien beschädigt. Die Beseitigung der Schäden werde voraussichtlich bis in die Morgenstunden andauern,schätzt die Bahn. Auch der Zugverkehr im Großraum Madgeburg ist von Streckenschäden betroffen.

In den Bahnhöfen Hamburg, Hannover, Bremen und Kassel-Wilhelmshöhe hat die Bahn für Reisende, die heute ihre Zugfahrt nicht mehr fortsetzen können, Hotelzüge bereitgestellt. Tickets mit Gültigkeit von heute können ohne weitere Bescheinigung für die Reise am Freitag genutzt werden. Diese Regelung gilt auch für Tickets mit Zugbindung.

Flugverkehr in Berlin-Tegel und Schönefeld wieder normal

16.16 Uhr: Nach Durchzug eines Gewitters hat sich der Flugverkehr am Berliner Airport Tegel am Donnerstagnachmittag wieder normalisiert. Zuvor war er vorübergehend erheblich eingeschränkt. Für den Flughafen in Schönefeld gab es wenig später ebenfalls Entwarnung. Die Bodenabfertigung an beiden Airports war zwischenzeitlich eingestellt, wie ein Sprecher am Nachmittag mitteilte. Maschinen, die am Flughafen Tegel bereits abgefertigt waren, konnten starten und auch Flugzeuge im Landeanflug auf Berlin wie geplant landen.

Berliner Feuerwehr ruft Wetter-Ausnahmezustand aus

15.35 Uhr: Der Berliner Feuerwehr hat im gesamten Stadtgebiet den Ausnahmezustand Wetter ausgerufen. Das bedeutet konkret, dass eine zentrale Einsatzleitstelle die Einsätze nun straff priorisiert, wie ein Sprecher zu FOCUS Online sagte. Einsätze, bei denen Menschen in Gefahr sind, würden vorangestellt, Sachschäden zweitrangig behandelt.

Erster Unwetter-Toter in Norddeutschland

15.14 Uhr: Die Unwetter in Norddeutschland haben nun ein erstes Todesopfer verursacht: In der Nähe von Uelzen kam ein 50-jähriger Mann ums Leben, als ein Baum auf sein Auto stürzte. Er wartete am Donnerstag während des Sturms in einem Auto auf einem Parkplatz in Holdenstedt. Seine Frau überlebte leicht verletzt, für den Mann kam jede Hilfe zu spät, sagte ein Polizeisprecher in Lüneburg. Unweit davon wurde eine Radfahrerin auf einer Hauptstraße ebenfalls von einem umstürzenden Baum getroffen und schwer verletzt.

Unwetter bremst Verkehr auf Autobahnen in Niedersachsen aus

14.18 Uhr: Heftiges Unwetter auch in Niedersachsen führt zu Behinderungen auf den Autobahnen. Auf der A7 zwischen Hamburg und Hannover warnte die Verkehrsmanagementzentrale Niedersachsen vor Gefahr durch umgestürzte Bäume. Betroffen war der Abschnitt zwischen Evendorf und Bispingen. Ein umgestürzter Baum bremste auch den Verkehr auf der A1 zwischen Hamburg und Bremen aus. Zwischen Rade und Hollenstedt fiel ein Baum auf den Standstreifen.

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vv/dpa
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