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Kleiner Busen gewünscht
Achthäufigste Schönheits-OP: Warum sich so viele Frauen die Brüste verkleinern lassen

Sophia Thomalla hat's getan, Victoria Beckham und Pamela Anderson auch – sie ließen ihre Brüste verkleinern. Doch was bei den Promifrauen ein Bekenntnis zu weniger Silikon ist, bleibt für die meisten Frauen ein großer Eingriff - und die Rettung vor Dauerschmerzen und seelischem Leid.

  • Eine übergroße Brust belastet den Rücken und oft auch die Seele.
  • Die Verkleinerung der Brust ist eine größere Operation als die Vergrößerung durch Implantate.
  • Wie schön die neue kleinere Brust geworden ist, sieht man erst nach Monaten.

Ein pralles Dekolleté gilt immer noch als Schönheitsideal. Aber jedes Jahr legen sich in Deutschland Tausende Frauen unters Messer, um ihre üppige Oberweite los zu werden. Sie bereitet ihnen nur Probleme. Meist schmerzt der Rücken, oft auch die Seele, wenn eine Frau unfreiwillig Doppel-D tragen muss.

Die Brustverkleinerung rangiert unter den Top Ten der Eingriffe von Plastischen Chirurgen. Nimmt man die Bruststraffung dazu, steht die Reduzierung der Brust an fünfter Stelle der Schönheitsoperationen. Über 16.000 Brustverkleinerungen zählt der International Survey on Aesthetic Procedures (ISAPS) für Deutschland.

Frauen fühlen sich auf „Busen" reduziert

Torsten Kantelhardt, Facharzt für plastische Chirurgie und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC) sagt: „Es gibt zwei Altersgruppen, die besonders oft Brustverkleinerungen durchführen lassen: Frauen Mitte 20 und Frauen Mitte 40." Die Jungen würden meist seit der Pubertät unter ihrer großen Oberweite leiden, sich sogar vor ihrem Partner ungern nackt zeigen, hätten wegen der schweren Brüste nie Sport getrieben und sich eine gebeugte Haltung angewöhnt. „Sie fühlen sich oft angestarrt und auf ihren Busen reduziert, und wollen sich endlich frei bewegen", sagt der Arzt. Die Älteren würden sehen, wie die große Brust mit den Jahren immer tiefer hängt und die Form verliert. Auch sie möchten die ungeliebte Last endlich loswerden, weiß der Chirurg.

Der Chirurg formt eine ganz neue Brust

Während bei der Bruststraffung der Busen insgesamt angehoben und überschüssige Haut entfernt wird, formt der Chirurg bei einer Verkleinerung eine neue Brust. „Dabei ist das Ziel, eine schöne, zum Körper passende Brust zu machen, nicht unbedingt eine besonders kleine."

Vor dem Eingriff erfolgt die übliche Anamnese, eventuell mit einer Mammographie zur Beurteilung des Brustgewebes. Torsten Kantelhardt führt sie immer bei Patientinnen über 40 durch, um „mögliche Veränderungen zu sehen".

Die Operation unter Vollnarkose dauert rund zweieinhalb Stunden. Es gibt verschiedene Schnitt-Techniken, die unterschiedlich große Narben verursachen. Immer führt der Schnitt um die Brustwarze herum, die in der verkleinerten Brust viel höher liegen muss. Ein Schnitt nach unten in die Brustfalte verschafft Zugang zum Gewebe, das entfernt werden soll. „Es handelt sich überwiegend um Fett, das mit einigen Drüsengängen durchzogen ist", erklärt der Chirurg und ergänzt: „Auch mit einer verkleinerten Brust wird eine Frau später stillen können, allerdings reduziert. Sie wird sicher zufüttern müssen."

Um den neuen Busen bekommt die Patientin einen Verband mit Wunddrainagen. Sie muss selten länger als zwei Tage im Krankenhaus bleiben. Sieben bis 14 Tage nach der OP werden die Fäden gezogen. Zunehmend verwenden Chirurgen allerdings selbstauflösendes Nahtmaterial.

Weniger schmerzhaft als ein Kaiserschnitt

Wenn alles gut heilt, sind nur in den ersten Tagen deutliche Wundschmerzen zu spüren. Sie seien nach Aussage des Mediziners allerdings weniger stark als zum Beispiel bei einem Kaiserschnitt: „Es sind keine Muskeln beteiligt, daher schmerzt es nicht besonders." Die Sensibilität der versetzten Brustwarze geht vorübergehend verloren. Sie bleibt zwar während der OP mit Blutgefäßen und Nerven verbunden, etliche Nerven werden allerdings auch durchtrennt.

Für drei bis vier Wochen nach der Brustverkleinerung sollte die Frau Tag und Nacht einen Stütz-BH tragen. „Ich empfehle meinen Patientinnen von Anfang an einen guten, straffen Sport-BH für etwa sechs Wochen." In dieser Zeit sollte die Frau sich auch noch schonen, keinen Sport treiben, der die Brust- oder Armmuskeln in Anspruch nimmt, auf dem Rücken schlafen und Sauna oder Solarium meiden. Nach etwa drei Monaten ist das endgültige OP-Resultat sichtbar. Narben können bis zu zwei Jahre brauchen, bis sie so weit wie möglich verschwunden sind.

Teurer Eingriff - und die Kassen zahlen selten

Für eine Verkleinerungs-OP der Brust ist mit Gesamtkosten von rund 7.500 Euro zu rechnen. Liegt eine medizinische Indikation vor, übernehmen die Kassen die Kosten. Das sollte allerdings vor dem Eingriff geklärt werden. „Wenn eine Frau keine körperlichen Beschwerden hat, etwa chronische Rückenschmerzen oder sehr schwere Brüste, sondern ‚nur' psychisch unter Ihrer Oberweite leidet, zahlen die Kassen erfahrungsgemäß nicht", weiß Torsten Kantelhardt. „Viele zahlen dann aus eigener Tasche. Der Leidensdruck ist einfach zu hoch."

Video: Auch Sophia Thomalla hatte Rückenschmerzen durch großen Busen

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