Worum geht's eigentlich? Die strenge Tanztrainerin des Karnevalvereins „De jecke Aape" wird ermordet in der Wagenhalle gefunden. Die Kommissare Freddy Schenk (Dietmar Bär) und Max Ballauf (Klaus J, Behrendt) finden bei ihren Ermittlungen heraus, dass sie so kurz vor dem Start in die Karnevalsaison sowohl mit dem Vereinspräsidenten Günter Kowatsch (Herbert Knaup), als auch den konkurrierenden Tänzerinnen Saskia (Sinja Dieks) und Annika (Natalia Rudziewicz) mehrmals aneinandergeraten ist.
Und dann kommt auch noch Rainer Pösel (Tristan Seith) ins Spiel, Vater einer jungen talentierten Tänzerin der Truppe, die sich vor zwei Monaten das Leben genommen hat. Er sucht immer wieder die Konfrontation mit den Vereinsmitgliedern, denen er die Schuld am Tod seiner Tochter gibt. Eine jecke Ermittlung für die Kommissare... Wann stirbt das Opfer? Gleich am Anfang gibt es die Rückblende auf den Selbstmord der 16-Jährigen Evelyn Pösel (Stella Holzapfel), zehn Minuten später ist auch Tanztrainerin Elke Schetter (Katja Heinrich) tot.
So viele Blutspritzer gibt´s: Elke Stetter wird niedergeschlagen, ganze drei Mal bekommt sie einen harten Gegenstand auf den Kopf. Um den zertrümmerten Schädel der Tanztrainerin bildet sich eine Riesenblutlache.
Der ???-Moment: Gibt es die Truppe „De jecke Aape" („Die verrückten Affen") wirklich? Nein. Die beiden tanzenden Schauspielerinnen wurden unterstützt vom Tanzcorps Fidele Sandhasen Oberlar e.V. aus Troisdorf bei Köln. Die Requisiten wie Pokale und Karnevalsmützen sind Originale aus dem Fundus des Kölner Karnevalsmuseum.
Der härteste Kampf: Zickenalarm in der Garde! Tanzmariechen Saskia und Tänzerin Annika machen sich aus Eifersucht das Leben gegenseitig zur Hölle, wenn sie nicht gemeinsam eine andere Konkurrentin mobben. Die tragischste Figur: Rainer Pösel, Vater der verstorbenen Evelyn, ist eigentlich ne richtig kölsche Type: ehrlich, bodenständig, sympathischer Dialekt. „Ein einfacher Mensch von der Straße", wie er selbst sich bezeichnet. Doch den Tod seiner Tochter kann er nicht verkraften und hat es auf die Schuldigen abgesehen. Früher war Karneval alles, nun gerät sein fröhliches Weltbild ins Wanken. Es tut weh dabei zuzusehen, wie sein Leben zerbricht.
Hier lernt man was, und zwar… was hinter dem heiteren Tanz der Karnevalsgarden steckt: harte Knochenarbeit, jede Menge Schweiß und persönliche Dramen.
So lange dauert es, bis man weiß wer der Mörder ist: Viele Verdächtige, jeder hat ein gutes Motiv. Obwohl die Kommissare nach und nach jede Menge Geheimnisse entdecken, dauert es doch bis kurz vor Schluss, bis man sich ganz sicher ist. Der Dialog zum Schmunzeln: Freddy Schenk steht mit dem rosa Kleid für seine Enkelin im Büro, Baullauf fragt neugierig: „Ist das dein Kleid?" „Seh ich aus wie ne Prinzessin?" Ballauf: „Alfred, für mich wirst du immer meine kleine Prinzessin sein."
Härtegrad des Kommissars: Ballauf hält nichts vom Karneval und versteht auch nicht, warum sich so viele von diesem „Faschingsfieber" anstecken lassen. Das Thema nervt ihn. Trotzdem bleibt er der sanftere im Team und versucht Kollege Freddy zu bremsen, wenn der gegenüber Assistent Tobias Reisser (Patrick Abozen) und dessen Freund ruppig wird. Dass Freddy doch ein gutes Herz hat, wird beim Happy End deutlich.
Kompliziertheit des Privatlebens der Kommissare von 1-10: Bis auf eine Enkelin, die plötzlich keine Prinzessin mehr sein will, haben weder Schenk noch Ballauf private Querelen. Daher eine 0. Dafür gibt es endlich mehr Einblick in Tobias' Privatleben: Freund David (David Mühlberger) taucht erstmals auf dem Polizeirevier auf und knutscht ungeniert mit dem Assistenten. Seine Küsse bringen Tobias vor seinem strengen Chef Freddy Schenk in die Bredouille. Deswegen eine 4. FOCUS-Online-Fazit: Köln und Karneval gehört zusammen? Nicht beim „Tatort". „Tanzmariechen" ist der erste Fall seit 1999, in dem das Thema mal wieder eine größere Rolle spielt. Doch jeck ist anders: Blutiger Ehrgeiz, tödliches Mobbing, ein verzweifelter Selbstmord, eine zerbrechende Familie und eine heimliche Affäre – hier steckt jede Menge Drama drin. Fesselnd bis zum Schluss.
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