Teurere Nahrungsmittel und Mieten treiben Verbraucherpreise an
08.25 Uhr: Die Inflation in Deutschland ist den zweiten Monat in Folge leicht gestiegen. Im Juli lagen die Verbraucherpreise um 1,7 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Die Wiesbadener Behörde bestätigte damit eine erste Schätzung. Eine höhere Rate hatte es zuletzt im April mit 2,0 Prozent gegeben. Im Juni waren es 1,6 Prozent. Vor allem für Nahrungsmittel (plus 2,7 Prozent) und Nettokaltmieten (1,8 Prozent) mussten die Menschen im Juli mehr zahlen als im Jahr zuvor. Teurer wurden unter anderem auch Pauschalreisen und Tabakwaren. Gegenüber dem Vormonat erhöhten sich die Verbraucherpreise in Europas größter Volkswirtschaft um 0,4 Prozent.
Betrugs-Vorwurf! Uber-Großinvestor verklagt Ex-Chef Kalanick
07.47 Uhr: Der Fahrdienst-Vermittler Uber kommt nicht zur Ruhe: Einem Zeitungsbericht nach hat einer der größten Anteilseigner den ehemaligen Unternehmenschef Travis Kalanick verklagt. Die Beteiligungsgesellschaft Benchmark Capital beschuldige Kalanick, Investoren getäuscht zu haben, um mehr Macht im Führungszirkel erlangen zu können. Das meldet das "Wall Street Journal" vom Donnerstag unter Berufung auf Gerichtsdokumente. Die Kläger behaupten demnach, Kalanick habe Misswirtschaft verschwiegen, um grünes Licht für eine Aufstockung des Vorstands von acht auf elf Sitze zu erhalten.
Als Beispiele würden in der Klage etwa unangemessene und unethische Anweisungen, Diskriminierung, sexuelle Übergriffe und ein Rechtsstreit mit der Google-Mutter Alphabet genannt. Wegen dieser Probleme war Uber später stark in die Kritik geraten. Hätten die Aktionäre davon gewusst, wäre der Erweiterung des Managements angeblich nicht zugestimmt worden.
Ein Sprecher Kalanicks wies die Klage als haltlos zurück und sprach von Lügen und falschen Anschuldigungen. Uber wollte sich nicht äußern. Kalanick war im Juni auf Druck von Investoren hin abgetreten, die sich verärgert über mehrere Skandale gezeigt hatten.
Solarworld-Gläubiger stimmen über Verkauf der deutschen Werke ab
07.23 Uhr: Die Gläubiger des insolventen Solarkonzerns Solarworld##chartIcon stimmen an diesem Freitag (10.30 Uhr) über den Verkauf der beiden deutschen Werke im sächsischen Freiberg und im thüringischen Arnstadt und die Fortführung mit noch 475 Arbeitsplätzen ab. Kaufinteressent ist eine neu gegründete Gesellschaft unter Führung des einstigen Solarworld-Gründers Frank Asbeck. Das Geld für das Geschäft soll aus Katar kommen.
Sollten die Gläubiger ihre Zustimmung mehrheitlich verweigern, müssten die allermeisten der noch rund 1700 Solarworld-Beschäftigten in Deutschland schon in der nächsten Woche unwiderruflich freigestellt und später entlassen werden, wie ein Sprecher des Insolvenzverwalters erklärte. Nur kleine Abwicklungsmannschaften an den Standorten würden etwas länger bleiben. Fachleute zeigten sich vorsichtig optimistisch, dass eine Einigung gelingen könnte.
Ein Teil der Gläubiger, deren Forderungen mit Sicherungsrechten versehen sind, könnten im Fall eines Verkaufs mit nur sehr geringen Verlusten aus der Insolvenz herauskommen. Andere, nicht besicherte Gläubiger, würden deutlich mehr verlieren. Hier liegt ein möglicher Konfliktpunkt.
Die Stimmrechte orientieren sich an den Forderungsbeträgen der Gläubiger. Es muss für die einzelnen Gesellschaften getrennt, also mindestens vier Mal abgestimmt werden. Die Versammlung ist nicht öffentlich und wird nach Einschätzung von Fachleuten mehrere Stunden dauern.
Krisenbank Monte dei Paschi mehrheitlich in staatlicher Hand
Freitag, 11. August 2017, 07.05 Uhr: Die italienische Krisenbank Monte dei Paschi di Siena ist nun de facto in staatlicher Hand. Hintergrund ist eine Kapitalspritze in Höhe von 3,85 Milliarden Euro, die bereits in der vergangenen Woche aus der Staatskasse geflossen war. Das geht es einer Mitteilung hervor, die das Geldinstitut aus der Toskana am Donnerstagabend veröffentlichte. Der Staat hält nun 53,5 Prozent und damit die Mehrheit der Anteile an dem seit Jahren in der Krise steckenden Geldinstitut.
Für den Vollzug war nach Angaben der Wirtschaftszeitung "Il Sole 24" noch die Erlaubnis der Europäischen Zentralbank nötig, die am Donnerstag eingetroffen sei. Bis zum Herbst könnten die Anteile des Staates an der Bank auf bis zu 70 Prozent aufgestockt werden.
Im Juli hatte die EU-Kommission einen Rettungsplan der Regierung in Rom offiziell gebilligt. Hauptproblem des Geldhauses, das als ältestes der Welt gilt, ist ein Riesenberg fauler Kredite. Kapitalstützen durch den Staat sind politisch umstritten, weil dabei das Geld der Steuerzahler in die Hand genommen wird. Eigentlich sehen die EU-Regeln vor, dass im Falle einer Bankenkrise erst Aktionäre und Kreditgeber haften. Da in Italien aber viele Privatpersonen den Banken des Landes Geld über Anleihen geliehen haben, wollte die Regierung das vermeiden.
Im Video: Schadenersatz für hunderttausende Autofahrer? Das sind Ihre Rechte gegen das Kartell