+++ Diesel-Fahrverbote, Tempolimit, Technik-Trends: 2017 verändert die Autowelt +++

Wenn dieser Newsletter nicht korrekt dargestellt wird, klicken Sie bitte hier.  
zur FOCUS Online Startseite zur Startseite
News-Service: Neuheiten
Autojahr 2017
Diesel-Fahrverbote, Tempolimit, Technik-Trends: 2017 verändert die Autowelt

Wie geht es weiter im VW-Skandal? Was wird aus der Elektromobilität? Schmeißen Gerichte Diesel-Autos aus der City raus? Das Autojahr 2017 wird spannend. Wichtige Trends und Entscheidungen - ein Kommentar.

Das Jahr 2016 hat die Autobranche so heftig durchgeschüttelt, wie man das zuletzt in Zeiten der Ölkrise 1973 erlebte. Der Dieselmotor steht auf der Abschussliste, Autohersteller überbieten sich in neuen Elektro-Konzepten - die bislang aber noch kaum einer kaufen will. Stattdessen wird auch 2017 ein Jahr, in dem viele neue SUV und Sportwagen auf den Markt drängen - soviel Auswahl war nie. Was bringt 2017 den Autofahrern und der Autobranche? Ein Ausblick.

1. Sie fahren einen Diesel? Dann ist 2017 nicht Ihr Jahr

Blaue Plakette und Diesel-Fahrverbote waren 2016 in aller Munde - zurecht, denn neue Umwelt-Regeln zum Aussperren von Millionen Diesel-Fahrzeugen sind absolut möglich. Das Problem: Ob es wirklich zu Fahrverboten kommt, liegt nicht mehr in der Hand von Politikern - die haben jahrelang versäumt, die ständigen Stickoxid-Grenzwertüberschreitungen in Innenstädten zu bekämpfen, für die Diesel-Fahrzeuge mitverantwortlich sind. Es liegt jetzt in der Hand von Gerichten, die nach der Forderungen vieler Umweltschützer Städte und Kommunen zum Handeln zwingen sollen. Der Dieselmotor steht auf der Abschussliste.

Nicht nur Fahrer älterer Diesel könnten betroffen sein. Ein Blick nach Frankreich zeigt, wie selbst hochmoderne Dieselfahrzeuge der Euro 6-Norm durch entsprechende Plaketten-Systeme jederzeit aus der Innenstadt ausgesperrt werden können . Bei einer eventuellen rot-rot-grünen Regierung nach der Bundestagswahl 2017 wird zudem ziemlich sicher das Steuer-Privileg für Dieselfahrzeuge auf den Prüfstand kommen. In Österreich wird bereits ziemlich laut darüber nachgedacht. Übrigens: Auch der VW-Skandal ist noch lange nicht beendet, vielmehr geht er 2017 erst in die entscheidende Runde - wenn Gericht über Schadensersatz für europäische Kunden entscheiden .

Der Silberstreif am Horizont: Der Abgas-Skandal hat den Druck auf die Politik erhöht, künftig endlich realistischere Verbrauchsangaben einzuführen. Geht doch.

Video: Nur noch Elektroautos ab 2030?

2. Ihr neuer Benziner wird einen Partikelfilter haben

Was beim Dieselmotor komplett in die Hose ging, wird sich hoffentlich bei Benzinern nicht wiederholen. Die Umwelt-Lobby hat sich nach dem Diesel nämlich längst auch auf den Benziner eingeschossen - wegen zu hoher Partikel-Emissionen bei Direkteinspritzern . Was positiv stimmt für 2017: Immer mehr Hersteller, darunter auch VW und Daimler, wollen bei Neuwagen freiwillig Benzinpartikelfilter einbauen. Quasi ein Präventivschlag. Die Autoindustrie ist also durchaus lernfähig, auch wenn der Verband der Automobilindustrie (VDA) mal wieder rummosert, das sei ja alles so schnell nicht zu schaffen. Kleiner Tipp für die Autohersteller: Habt Mut zu solchen Präventivschlägen und befreit euch aus dem Lobby-Geflecht. Die deutsche Autoindustrie hat garantiert mehr Weitsicht als der auf eine Wahlperiode beschränkte Horizont von Politikern oder ein hochbezahltes Lobbyisten-Netzwerk, dass der Sache letztlich mehr schadet als nützt (siehe Abgas-Skandal).

3. Die Maut kommt ohne Mehrkosten - jedenfalls vor der Wahl

Verkehrsminister Dobrindt hat sich durchgesetzt und die Autobahn-Maut soll 2017 kommen ( alle Details dazu lesen sie hier ). Autofahrer aus Deutschland sollen tatsächlich durch eine 1:1-Verrechnung mit der Kfz-Steuer nicht draufzahlen. Toller Trick. Nur - klappen muss er. Denn:

  • Österreich und andere Nachbarländer Deutschlands wollen auf EU-Ebene gemeinsam gegen die Ausländer-Maut kämpfen.
  • Durch die Quasi-Förderung schadstoffarmer Autos wurde bei der Maut eine dynamische Komponente ins Spiel gebracht: Da alle Neuwagen die Euro 6-Norm erfüllen, steigt auch jedes Jahr die Summe der Fahrzeuge im gesamtdeutschen (und auch ausländischen) Fuhrpark, die für eine zusätzliche Kostenentlastung in Frage kommen. Damit sinken mittelfristig auch die Maut-Einnahmen. Preisfrage: Wird der Staat wohl zulassen, dass die Maut ein Minus-Geschäft für den Fiskus wird? Oder wird man nicht eher die Mautsätze anheben? Die Antwort werden die Autofahrer bekommen - aber sicher erst nach der Bundestagswahl.

Video: Das kosten 10 Tage deutsche Autobahn

4. Mit Rot-Rot-Grün kommt Tempo 120 auf der Autobahn

Im grün-schwarzen Baden-Württemberg gab es bereits Vorstöße für einen Testlauf, der ein allgemeines Tempolimit auf deutschen Autobahnen begründen sollte. Wenn die Regierung nach der Bundestagswahl eine rot-rot-grüne ist, kommt garantiert auch das allgemeine Tempolimit auf Autobahnen wieder auf die Tagesordnung. Grüne und Linke haben sich stets vehement fürs Tempolimit ausgesprochen und auch in der SPD hat die Idee Fans. Ob das nun "top" oder "flop" ist, möge jeder Autofahrer für sich entscheiden - sowohl für als auch gegen generelle Autobahn-Tempolimits gibt es ja handfeste Argumente. Was bereits beschlossene Sache ist, sind mehr Tempo 30-Zonen in Innenstädten. Vorreiter ist hier die die Stadt Berlin.

5. Alltagstaugliche Elektroautos kommen - viele aber erst 2018

Die Elekroauto-Prämie ist bislang ein Flop . Und 2017? Zwei mögliche Perspektiven:

  • Möglichkeit A: Das Elektroauto bleibt ein Flop. Elektroauto-Käufer sind enttäuscht von den geringen Alltagsreichweiten ihrer Stromer, Fahrer von Plug-In-Hybriden von den hohen Realverbräuchen ihrer Autos. Die Probleme im Alltag (etwa fehlende oder zugeparkte Ladestationen) frustrieren die Stromer-Pioniere. Elektroautos feiern allenfalls als Flotten-Fahrzeuge für grün angehauchte Firmen Erfolge.
  • Möglichkeit B: Das Elektroauto startet 2017 richtig durch. Deutsche Autohersteller investieren in ein flächendeckendes Netz von Ladesäulen. Neue Modelle wie der Opel Ampera-e steigern die Reichweiten der Stromer auf bis zu 500 Kilometer. Diesel-Fahrverbote geben Stromern zusätzlichen Schub. Zudem zeigen erste Langzeit-Erfahrungen, wie zuverlässig Elektroautos sind - und wieviel Geld man mit ihnen bei der Wartung spart.

Video: Neuer Elektro-Smart im Test

Das Problem der Autoindustrie: Die E-Mobilität auf breiter Front wirft den traditionellen Industrie-Unterbau durcheinander. Arbeitsplätze werden wegfallen, Geschäftsmodelle infrage gestellt - und neue Player aus Asien drängen auf den Markt . 2017 wird zudem eher ein Übergangsjahr. Denn all die tollen Elektro-Modelle, die die Hersteller unter dem allgemeinen Druck des Abgas-Skandals entgegen ihrer eigentlichen Pläne bereits 2016 gezeigt oder angekündigt haben - zum Beispiel BMW i5, Jaguar i-Pace, Mercedes EQ, VW I.D. - kann man erst 2018 oder später wirklich kaufen.

6. 2017 wird das Jahr der Super-Auswahl beim Neuwagenkauf

Groß oder klein, schnell oder praktisch, SUV oder Kleinwagen - das Autojahr 2017 hält für jeden etwas bereit ( eine Übersicht über alle Neuheiten von A bis Z finden Sie hier ). Der Wermutstropfen: Abgesehen von gesellschaftlichen Trends wie dem zu mehr Carsharing sind es die immer weiter steigenden Neuwagenpreise , die die Lust aufs neue Autos durchaus vergällen können.

7. Die Technik-Trends 2017: Zukunft jetzt!

"Holo-Active-Touch-System" nennt BMW sein neues Infotainment-Wunder, das in wenigen Tagen auf der CES 2017 in Las Vegas präsentiert wird . Klingt nach Science Fiction - ist aber nicht weit von der Serienreife entfernt. BMW ist nur ein Beispiel: Praktisch alle großen Autohersteller haben 2017 Überraschungen im Gepäck.

2017 geht es deshalb nicht um immer mehr Pferdestärken - auch wenn es die bei vielen Modellen quasi als Dreingabe gibt - sondern um mehr Vernetzung, intelligentere Assistenzsysteme und bessere Smartphone-Integration. Gleichzeitig macht die Technik unsere Autos in immer mehr Fahrzeugklassen sicherer und bequemer, weil sie vor Auffahrunfällen warnen, selbständig bremsen und (teil)autonom fahren können. Das Autojahr 2017 - es wird in jedem Fall ungewöhnlich spannend.

Video: CES 2016 - wie Knight Rider

zur aktuellen Meldung »
ZUM THEMA
Vom Kleinwagen bis zum Supersportler: Das sind die Auto-Neuheiten 2017 Taktisches Manöver: Kommt das Diesel-Fahrverbot nach der Bundestagswahl? So funktioniert die neue Autobahn-Maut
Neuheiten: aktuelle Meldungen
Skoda wächst immer weiter
Perle des VW-Konzerns: Das steckt hinter Skodas Erfolg
2016 war ein hartes Jahr für den Volkswagenkonzern. Die Wirren des Dieselskandals sind noch lange nicht verschwunden und hausgemachte Probleme sorgen für weiteren Druck. Fast schon unbeeindruckt zeigt sich Skoda. Den Tschechen geht es besser als je zuvor. »
Auf viele werden Sie nicht kommen
8 Auto-Neuheiten mit Spaß-Garantie: Die schärfsten Schlitten 2017
Roadster, Retro und reichlich PS – emotionale Auto-Neuheiten gibt es auch 2017 wieder reichlich. Diese neuen Lustmobile gefallen uns besonders gut. »
Für Anregungen und Verbesserungsvorschläge stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
Schreiben Sie an: webmaster@focus.de
Wenn Sie diesen Newsletter künftig im Text-Format erhalten wollen, klicken Sie hier.
Wenn Sie diesen Newsletter abbestellen wollen, klicken Sie hier.
Weitere Newsletter von FOCUS Online finden sie hier.
Verantwortlich für diesen Newsletter: FOCUS Online Group GmbH
St. Martin Str. 66, D-81541 München
Tel. 089/92 50 - 3292, E-Mail: redaktion@focus.de

Geschäftsführer: Daniel Steil, Jürgen Schlott, Andreas Laube, Amtsgericht München, HRB 97887