+++ Aubameyang zeigt bedenkliche Entwicklung im Profifußball auf +++

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BVB-Star als Werbe-Marionette
Aubameyang zeigt bedenkliche Entwicklung im Profifußball auf

Er sieht den Ball von links auf sich zurollen, das leere Tor zentral vor sich. Pierre-Emerick Aubameyang muss nur noch den Fuß im Schlappen seines Hauptsponsors hinhalten – die Kugel landet im Netz.

Tausende BVB-Fans jubeln enthusiastisch im Gästeblock. Der Torjäger dreht aber erstmal ab und läuft zur Bank – er muss etwas holen. Eine Stoffmaske fliegt ihm zu.

Aubameyang macht sich mit dem Utensil zu den jubelnden Fans auf und posiert als – ja, als was eigentlich? Wie sich später herausstellt, macht der Gabuner mit der Maske Werbung für seinen Hauptsponsor. Eine neue Eskalationsstufe der Selbstvermarktung.

BVB-Bosse kritisieren Aubameyang-Maske

Die BVB-Bosse sind nicht angetan, es setzt eine 50.000-Euro-Strafe. Das berichtet die "Bild". Von Seiten der Fans ist aber kaum ein negatives Wort zu hören, sogar einige Schalker zeigen Verständnis für seinen PR-Zirkus. Dabei sind es die Dortmunder Anhänger, denen Aubameyang mit seinem Verhalten am meisten schadet.

Video: So denken Schalke-Fans über Aubameyangs Maskenjubel

Aubameyang lässt nach dem Revier-Derby über seine Social-Media-Kanäle verlauten: "Ich und arrogant? Kommt schon Leute, das ist meine Art zu leben. Ich bin wie ein Kind, das es genießt, Fußball zu spielen."

Aubameyang als Werbe-Marionette

Und ja, Aubameyang ist wie ein Kind: kindlich naiv. Es ist sicher nicht seine "Art zu leben", sich das Zeichen seines Sponsors in die Haare rasieren zu lassen oder sich eine Maske für eine von seinem Sponsor initiierte Kampagne vor dem Torjubel zu schnappen.

Aubameyang ist zu einer Werbe-Marionette geworden, der ganz offensichtlich nicht hinterfragt, welche Wirkung sein Gebahren auf die Fans hat.

Denn sein Hauptsponsor nutzt die positiven Gefühle der Fans zum BVB aus, um sich selbst in einem Moment der größten Freude, beim Torjubel, zu profilieren. Das ist gezielte Manipulation, die an dieser Stelle nichts verloren hat.

BVB-Profi zeigt bedenklichen Trend auf

Fußball ist für Sponsoren ja so interessant, weil sie mit potenziellen Kunden in einem angenehmen und teils hochemotionalisierten Umfeld in Kontakt treten können. Zumeist sind diese Emotionen sehr positiv. Dahinter steckt die simple PR-Strategie, sein Image zu verknüpfen und aufzuhübschen mit den positiven Gefühlen, die der Fußball den Leuten vermittelt.

Anfangs beschränkte sich die Werbe-Branche noch auf Banden, Trikots und Stadionnamen. Doch es gilt neue Wege zu finden, um Kunden anzusprechen. Der Automobilkonzern VW (Wolfsburg), der Getränkehersteller Red Bull und der Chemiekonzern Bayer (Leverkusen) entdeckten so Fußballvereine als Werbeträger für sich.

Im Vereinsnamen der Leverkusener findet sich zudem ein Trend, der sich noch in Zukunft weiterentwickeln könnte: Namen des Hauptsponsors im Vereinsnamen. Auch bei RB Leipzig, denkt kaum jemand an die Bezeichnung "RasenBallsport", sondern an Geldgeber Red Bull.

Fans müssen Kommerzialisierung stoppen

Und die Masken-Aktion von Aubameyang zeigt nun noch ein weiteres Feld auf, das sich für Sponsoren eröffnet. Warum nicht die Gladiatoren in der Manege als Werbeplattform nutzen? Und dann noch in einem Moment ausgelassener Freude - während des Torjubels. Eine schönere Werbeplatzierung kann es für ein Unternehmen kaum geben.

Und mit einem Spieler als Werbeträger lassen sich zudem auch ganz einfach der jeweilige Verein und dessen Sponsoren übergehen.

Die Kommerzialisierung des Fußballs ist nur zu stoppen, wenn von den Fans das deutliche Signal kommt: "Wir wollen das nicht!" Nur dann kann den Sponsoren und Werbe-Profis Einhalt geboten werden.

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