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Muslime in Deutschland
CDU-Spitzenpolitiker wollen Islamgesetz im Wahlprogramm

In der CDU wird der Ruf nach einem Is­lam­ge­setz lau­ter. Das Gesetz soll Finanzierung von muslimischen Organisationen aus dem dem Ausland verbieten, aber auch den Anspruch auf muslimische Seelsorger in Gefängnissen und Krankenhäusern festschreiben.

In der CDU wird der Ruf nach einem Is­lam­ge­setz lau­ter. Meh­re­re Spit­zen­po­li­ti­ker for­dern, dass die Union ein Is­lam­ge­setz ins Wahl­pro­gramm auf­nimmt. Die stell­ver­tre­ten­de Par­tei­vor­sit­zen­de Julia Klöck­ner sagte zu "Bild am Sonntag"­: "Ein Is­lam­ge­setz kann die Rech­te und Pflich­ten der Mus­li­me in Deutsch­land auf eine neue recht­li­che Basis stel­len."

Kon­kret soll darin laut Klöck­ner zu­fol­ge unter an­de­rem der recht­li­che Sta­tus der mus­li­mi­schen Or­ga­ni­sa­tio­nen und Mo­schee­ver­ei­nen fest­ge­legt wer­den. Au­ßer­dem soll es ein Ver­bot einer Fi­nan­zie­rung aus dem Aus­land ent­hal­ten. Auf der an­de­ren Seite soll ein An­spruch auf mus­li­mi­sche Seel­sor­ger in Ge­fäng­nis­sen, Kran­ken­häu­sern und Pfle­ge­hei­men sowie das Recht auf is­la­mi­sche Be­stat­tun­gen darin ge­re­gelt wer­den.

Klöck­ner plä­dier­te zudem für ein Mo­sche­en-Re­gis­ter, "damit wir wis­sen, wie viele Mo­sche­en es in un­se­rem Land gibt, wo sie sind, wer Trä­ger und wer Fi­nan­zier ist."

"Import-Imame führen zu Desintegration"

Der Vor­sit­zen­de der Mit­tel­stands- und Wirt­schafts­ver­ei­ni­gung der Union (MIT), Cars­ten Lin­ne­mann, un­ter­stützt das Pro­jekt: "Die ra­di­kal-is­la­mi­schen Ideen dür­fen nicht wei­ter um sich grei­fen. Hier brau­chen wir klare Spiel­re­geln. Des­halb soll­te ein Is­lam­ge­setz ins Wahl­pro­gramm der Union."

Schon am Donnerstag hatte CDU-Präsidiumsmitglied Jens Spahn das Thema angestoßen. Er forderte eine Deutschprüfung für Imame: "Wir müssen wissen, was in den Moscheen passiert." Muslimische Predigten auf Deutsch würden helfen, Vorurteile abzubauen. Katholische Predigten könne jeder verstehen, die türkischen oder arabischen nicht. Viele der in den Moscheen predigenden Imame würden aus dem Ausland geschickt und bezahlt und könnten kein Deutsch. "Solche Import-Imame führen zu Desintegration", sagte er.

Kirchensteuer für Muslime

Die Ausbildung von Imamen, Religionslehrern und Seelsorgern müsse aus Steuergeldern mitfinanziert werden. "Das wird eine harte Debatte, aber mir ist lieber, wir finanzieren das, als dass das Geld aus der Türkei oder aus Saudi-Arabien kommt", so Spahn. Er sprach sich auch für eine Kirchensteuer für Muslime aus.

Zu­stim­mung kommt auch von der Jun­gen Union. Deren Vor­sit­zen­der Paul Zie­mi­ak fin­det ge­gen­über "Bild am Sonntag"­: "Die De­bat­te um ein Is­lam­ge­setz müs­sen wir drin­gend füh­ren, auch mit Blick auf das Wahl­pro­gramm. Der Staat muss wis­sen, wo Mo­sche­en sind und was in ihnen pas­siert. Wenn dort kein Deutsch ge­spro­chen und ein ra­di­ka­ler Islam ge­pre­digt wird, muss In­te­gra­ti­on schei­tern."

Kritik von den Grünen

Der Grünen-Politiker Volker Beck wies die Forderungen zurück. "Wir brauchen kein Islam-, Christentums- oder Buddhismusgesetz. Die Religionsgemeinschaften ordnen und verwalten ihre Angelegenheiten selbstständig", sagte der religionspolitische Sprecher der Bundestagsfraktion.

Predigten auf Deutsch und die Ausbildung von Imamen an deutschen Hochschulen seien zwar wünschenswert. Erzwingen lasse sich das jedoch nicht. Auch in deutschen Auslandsgemeinden werde selbstverständlich Deutsch gesprochen, in Synagogen die Tora meist auf Hebräisch gelesen.

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ida/kna
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