+++ Lahms Plädoyer gegen die AfD gebührt Applaus - mit einer Einschränkung +++

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Kommentar
Lahms Plädoyer gegen die AfD gebührt Applaus - mit einer Einschränkung

Philipp Lahm hat mit Pierre-Emerick Aubameyang nichts gemeinsam. Wie gut das ist, zeigte sich an diesem Wochenende. Wer verrückte Frisuren, Masken beim Torjubel (beides gerne auch von milliardenschweren Unternehmen gesponsert) und einen offensiv zur Schau gestellten extravaganten Lebensstil sucht, findet all das bei Aubameyang. Gescheite Gedanken dagegen bei Lahm.

Der Kapitän des FC Bayern denkt als einer der wenigen Fußballprofis in Deutschland öffentlichkeitswirksam über den eigenen Fuhrpark hinaus und tut seinem Berufsstand damit extrem gut. Zum Beweis bezog er politisch und gesellschaftlich Stellung in einem Interview mit der "Welt am Sonntag".

Wie getragen er dort die AfD attackiert und dafür wirbt, "dass nicht die Falschen, die Populisten, mehr Macht bekommen", hat etwas Merkelhaftes. Aufregend war Lahm abseits des Platzes noch nie, genau wie die Kanzlerin hat er selten jemanden mit einer Rede weggeweht.

Lahm denkt über die eigene Blase hinaus

Die Botschaft aber zählt. Lahm denkt tatsächlich über die eigene aus Millionen Euro geformte Blase hinaus. Und er kann seine eigene Rolle reflektieren. Der romantischen Vorstellung der Nationalmannschaft als Multikulti-Vorbild für Deutschland entgegnet er, dass beim DFB "alle auf einer ähnlichen Einkommensebene" sind.

Hier doziert kein Millionär von seinem Schlösschen aus. Hier gibt sich einer der Privilegiertesten unserer Gesellschaft ehrlich Mühe. Das muss man anerkennen, auch wenn man anderer Meinung ist.

Video: Bundesliga auf Jahre hinweg entschieden - und keinen interessiert es

Nach einem Gespräch mit dem mittlerweile gestorbenen Bundespräsidenten Roman Herzog über die gespaltene südafrikanische Opposition zu Zeiten der Apartheid kam Lahm zu der Erkenntnis: "Oft sind es Kombinationen aus entgegengesetzten Sichtweisen, die sich später als richtig herausstellen."

Die Vernunft regiert - wie bei Merkel

Die Lösung ist also oft nicht offensichtlich, und zu einfach darf man es sich auf keinen Fall machen, hat Lahm gelernt. Er wägt sorgfältig und zurückhaltend ab, danach steht die Entscheidung aber zu 100 Prozent. Wie gerade erst, als er den Bayern wegen des Sportdirektoren-Postens absagte. "Was zu mir gepasst hat, habe ich gemacht. Was nicht zu mir gepasst hat, habe ich nicht gemacht", bilanziert er. Die Vernunft regiert.

Einzige Einschränkung: Bei Lahm wirkt selbst ein kluges Interview berechnend. Er läuft noch knapp zwei Monate lang als Fußballer über halbkünstliche Rasen, danach strebt er in die Wirtschaft. Vorher muss er freilich sein Profil schärfen, hört man es aus dem PR-Mund säuseln.

Lahm handelt also aus grundsätzlich lobenswerten Motiven - und ein wenig aus Eigennutz. Nur kommt der in seinem Fall nicht so kreischend daher wie bei Aubameyang.

Video: Aubameyangs Masken-Unsinn bringt Tuchel in Erklärungsnot

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