+++ Bank lockt Kunden mit Rekord-Zinsen ins Festgeld - ein Risiko sollten Sie kennen +++

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Hohe Erträge kassieren
Bank lockt Kunden mit Rekord-Zinsen ins Festgeld - ein Risiko sollten Sie kennen

Eine britische Bank lässt aufhorchen: Ihre Festgeld-Zinsen übertrumpfen die deutsche Konkurrenz um Längen. Doch sie gelten nur für Dollarkonten. Das kann wie ein Rendite-Turbo wirken - bei einem sinkenden Dollarkurs zahlen Sparer aber drauf.

Deutsche Sparer sind Kummer gewohnt. Aufs Tagesgeld gibt es meist nicht mal ein Prozent Zinsen, auch Festgeldangebote sind kaum besser. Das beste Festgeld-Angebot einer deutschen Bank stammt derzeit von pbb direkt und bietet 0,75 Prozent für zwei Jahre.

Umso verlockender klingt eine aktuelle Offerte aus Großbritannien: 2,45 Prozent Zinsen aufs Festgeld pro Jahr bei zweijähriger Bindung. Die Offerte kommt von der britischen Bank FirstSave, deren Angebot die Zinsplattform "Weltsparen" auch deutschen Kunden offeriert.

Einlagen sind ab 2000 Euro möglich, maximal akzeptiert FirstSave 90.000 Euro. Die britische Einlagensicherung steht je Kunde für maximal 86.000 britische Pfund gerade. Das entspricht beim gegenwärtigen Umrechnungskurs 96.173,80 Euro. Auf diesen Betrag sollten interessierte Sparer ihren Anlagebetrag deckeln, um im Falle einer Bankenpleite schadlos davonzukommen.

Wer die Offerte nutzt, muss sich klar machen: Der Ertrag steht und fällt mit der Entwicklung des Wechselkurses. Grundsätzlich gibt es drei Szenarien:

  • Der Wechselkurs zwischen Dollar und Euro liegt in zwei Jahren genau so hoch wie heute,
  • der Dollar legt gegenüber dem Euro an Wert zu oder
  • der Dollarkurs sinkt.

Die folgenden Rechnungen enthalten keine Umtauschgebühren. Auch die anfallenden Steuern auf Zinserträge bleiben außen vor. Deutsche mit Wohnsitz in der Bundesrepublik müssen ihre in Großbritannien erzielten Zinserträge beim deutschen Fiskus versteuern.

1.Szenario: Der Wechselkurs zwischen Dollar und Euro steht in zwei Jahren genauso wie heute

Angenommen, ein Sparer legt 10.000 Euro auf dem Dollarkonto an. Dann bekommt er dafür nach heutigen Kursen 11.847 Dollar (ohne Wechselgebühren). Jährlich bekommt der Sparer dafür 2,45 Prozent Zinsen, das macht:

im 1. Jahr: 290,25 Dollar Zinsen

im 2. Jahr: 297,36 Dollar Zinsen

Der Sparer hat am Ende der zweijährigen Bindung 12.434,61 Dollar auf seinem Konto. Bei einem unveränderten Umrechnungskurs bekommt er dafür 10.496 Euro zurück (ohne Wechselgebühren). Verglichen mit den üblichen Zinsen auf Euro-Guthaben in Deutschland ist das ein hoher Ertrag.

2. Szenario: Der Dollar steigt innerhalb der zwei Jahre um zehn Prozent

In diesem Fall bekommt der Sparer im Jahr 2019 zehn Prozent mehr Euro zurück als nach dem heutigem Wechselkurs. Wieder beträgt der Kontostand 12.434,61 Dollar. Da das Umtauschverhältnis von Dollar in Euro jetzt aber 0,92851 beträgt, bekommt der Sparer für sein Dollarguthaben 11.454,66 Euro zurück - fast 1000 Euro mehr als im ersten Fall.

3. Szenario: Der Dollar fällt in den zwei Jahren um zehn Prozent

Das bedeutet, dass Sparer nach Ende der Bindungsfrist zehn Prozent weniger Euro zurück erhalten als nach dem heutigem Wechselkursniveau. Für 12.434,61 Dollar gibt es dann nur noch 9579,82 Euro zurück. Der Sparer verbucht also einen Verlust gut 420 Euro, nachdem er sein Geld zwei Jahre lang angelegt hatte.

Fazit

Weil niemand Wechselkurse voraussagen kann, gehen Sparer mit dem Angebot der FirstSave ein hohes Risiko ein. Einem möglichen hohen Zinsgewinn innerhalb von nur zwei Jahren steht das Verlustrisiko gegenüber.

Ein Einbruch des Dollar um zehn Prozent ist nicht ungewöhnlich: Set Jahresanfang 2017 hat der Greenback sogar schon zwölf Prozent gegenüber dem Euro eingebüßt. Andererseits könnte das auch das Ende der Talfahrt sein.

Wer sich auf das Angebot einlässt, muss wissen, dass er damit eine Währungsspekulation betreibt. Wer das aushalten kann, kann es versuchen. Alle, die in erster Linie sichere Zinseinnahmen erzielen wollen, sollten um das Angebot lieber einen Bogen machen.

Im Video: Für jeden EU-Bürger gibt es nur 3341 Euro Bargeld

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