Zu seiner Premieren-Sendung hat Wontorra lediglich einen Gast eingeladen: Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß gibt 90 Minuten lang Auskunft zu den wichtigsten Themen vor dem Bundesliga-Start.
Neben Lob für Borussia Dortmunds Kurs bei Ousamane Dembélé hat Hoeneß unter anderem Breitseiten für Philipp Lahms Berater Roman Grill, Ex-Bayern-Vorstand Mathias Sammer und den gewechselten Douglas Costa im Gepäck. Die wichtigsten Aussagen des Bayern-Bosses in der Zusammenfassung.
Uli Hoeneß über...:
... die Sportdirektor-Kandidaten: "Also eines muss ich gleich mal klarstellen. Mit Oliver Kahn haben wir nie gesprochen. Er hat – wie wir alle wissen beim ZDF einen Vertrag bis 2018. Wir haben zu ihm ein tolles Verhältnis, aber er war nie ein Kandidat. Gleiches gilt für Mark von Bommel. Er war im Gespräch als Co-Trainer von Carlo Ancelotti, aber nicht als neuer Sportdirektor."
... den neuen Sportchef Hasan Salihamidzic: "Karl-Heinz Rummenigge hatte die Idee vor fünf bis sechs Wochen. Er ist auf keinen Fall keine Notlösung. Er haut nicht in den Medien dazwischen, sondern intern. Das tut er und kann er auch. In den 14 Tagen hat er intern mehr dazwischengehauen als Matthias Sammer in einem ganzen Jahr. Er hat das Potential, die Königslösung zu werden. Er ist von morgens um acht Uhr bis abends um 22 Uhr da. Und eine Sache sieht Carlo Ancelotti wohl ein bisschen falsch. Es war dringend notwendig, diesen Schritt zu machen. Es war eine riesige Lücke entstanden."
"Wir schätzen Philipp Lahm, aber seinen Berater nicht."
... den zurückgetretenen Philipp Lahm: "Wir schätzen Philipp Lahm, aber seinen Berater nicht. Und den hätten wir mit einkaufen müssen, wenn er Sportdirektor geworden wäre. Bei Hasan Salihamidzic gab es glücklicherweise keinen Berater. Wir saßen nur mit ihm an einem Tisch – für gut zwei Stunden – und haben uns dann die Hand gegeben, dass wir das machen."
... die umstrittene Asienreise: "Das war eine gute Reise für uns. Wir haben zwei gute und zwei schlechte Spiele gemacht. Wir werden auch weiter nach Nordamerika oder Asien gehen. Aber man sollte vielleicht etwas ändern – zum Beispiel Spiele in zehn Tagen machen an zwei Spielorten. Drei Spielorte, vier Spiele in 12 Tagen, das war grenzwertig. Aber die Tatsache, dass man als FC Bayern solche Reisen machen muss, ist unumstritten. Allerdings sind wir ein deutscher Verein. Wir sollten auch mal eine Deutschlandtour machen."
... den aktuellen Transferwahnsinn: "Wir alle haben nie für möglich gehalten, dass so kurzfristig so ein Transfer zustande kommt. Ich hätte Neymar weder für 220 Millionen Euro noch für weniger geholt. So gut finde ich den gar nicht. Das kann ich also nicht verstehen. Irgendwann werden die Zuschauer das nicht mehr mitmachen. Ich glaube aber, dass da irgendwann Schluss ist."
"Beim FC Bayern gibt es so etwas nicht"
... die aktuelle Situation von Ousmane Dembélé: "Man muss als großer Verein - und das ist Borussia Dortmund - auch mal Stärke zeigen. Sie hat sich bisher sehr klug verhalten. Man muss stark bleiben, wenn ein Spieler weg will: Beim FC Bayern machen wir es so: Entweder es passiert zu unseren Konditionen oder gar nicht. Die Transferphase endet am 31. August. Ab dem 1. September muss er sich dann wieder voll für den BVB reinhängen."
Video: Ancelotti erklärt, was er mit Dembélé machen würde
... Ausstiegsklauseln: "Es würde vielleicht helfen, keine Ausstiegsklauseln mehr zu machen. Beim FC Bayern gibt es so etwas nicht, das haben wir noch nie gemacht. Nur, weil Dembélé keine Ausstiegsklausel hat, hat Borussia Dortmund das Heft des Handelns aktuell in der Hand."
Hoeneß: Mislintat bewarb sich beim VfB Stuttgart
... Douglas Costa: "Er hat genauso gehandelt wie Dembélé. Wir haben uns dann gesagt: So einen Spieler, der nach so kurzer Zeit mehr Geld und wieder weg will, obwohl er nicht mal gute Leistungen gebracht hat, den müssen wir schleunigst wieder loswerden. Wir sind ihn Gott sei Dank wieder losgeworden."
... BVB-Chefscout Sven Mislintat: "Dortmund hat erklärt, dass sie ihn nicht weggeben wollen. Das Thema ist deshalb erledigt. Der Chefscout hat sich bei einem anderen Verein als Sportdirektor beworben, zu dem nun Michael Reschke gewechselt ist (VfB Stuttgart, d. Red). Da hat er den Job nicht bekommen, deshalb haben wir angefragt, ob er sich vorstellen könne, zu uns zu kommen. Das war dann auch der Fall. Allerdings hat der BVB dann gesagt, dass sie ihn nicht abgeben werden. Damit war das Thema dann auch erledigt. Wir haben nicht verhandelt."
Video: Hoeneß gibt Reschke zum Abschied ein großes Versprechen