+++ Ab wie viel Jahren eine Darmkrebs-Untersuchung dringend nötig ist +++

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Immer weniger Todesfälle
Ab wie viel Jahren eine Darmkrebs-Untersuchung dringend nötig ist

Eine Darmspiegelung ist eine einfache Methode, um Darmkrebs früh zu erkennen. Darum haben gesetzlich Versicherte ab 55 Jahren Anspruch darauf. Eine umfangreiche Studie legt nahe, diese Altersgrenze zu senken: Die Untersuchung ist routinemäßig schon früher sinnvoll – insbesondere für Männer.

Wer 55 Jahre alt ist, dem bezahlt die gesetzliche Krankenversicherung eine Darmspiegelung zur Früherkennung von Darmkrebs . Das ist in jedem Fall sinnvoll. Denn die Erkrankung ist längst kein Todesurteil mehr , wenn Ärzte schnell handeln.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) vermeldete im aktuellsten Bericht, dass die Zahl der Darmkrebs-Todesfälle in Deutschland gesunken ist. In absoluten Zahlen von zuletzt 25.972 auf nun 25.693 Tote. Die Neuerkrankungen stiegen im selben Zeitraum von 62.230 auf 62.410. Somit sank in Deutschland die Neuerkrankungsrate für Darmkrebs seit 2003 um etwa 16 Prozent.

Das RKI bewertet diesen Rückgang als Effekt der Vorsorge-Darmspiegelung, für die sich auch die Felix-Burda-Stiftung stark macht.

Darmspiegelung verhindert Krebserkrankungen

Eine gemeinsame Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), der AOK Baden-Württemberg, der Bosch BKK und MEDI Baden-Württemberg legt außerdem nahe, die empfohlene Altersgrenze für eine Untersuchung sogar noch zu senken: Sie sei routinemäßig schon ab dem Alter von 50 sinnvoll – besonders für Männer.

Seit 2002 ist die Vorsorge-Darmspiegelung Teil des Krebs-Früherkennungsprogramms der gesetzlichen Krankenkassen. Dabei werden eventuell entdeckte Krebsvorstufen gleich entfernt.

Seitdem ist die Darmkrebs-Neuerkrankungsrate deutlich zurückgegangen – und zwar ausschließlich in der Altersgruppe, der das Screening angeboten wird.

„In den ersten zehn Jahren haben mehr als vier Millionen Menschen an einer Vorsorge-Darmspiegelung teilgenommen. Das hat nach unseren Berechnungen etwa 180.000 Darmkrebsfälle verhindert", sagt Hermann Brenner vom Deutschen Krebsforschungszentrum. Der Heidelberger Präventionsexperte und seine Kooperationspartner suchen nach Möglichkeiten, diese Rate noch weiter zu verbessern.

Routine-Untersuchung auch für Jüngere empfohlen

Bei Menschen ohne familiäre Belastungen tritt Darmkrebs vor dem Alter von 50 Jahren äußerst selten auf. Danach steigt die Erkrankungsrate kontinuierlich an. Nationale und internationale Leitlinien empfehlen daher die Krebsvorsorge bereits ab 50 Jahren.

„Durch die Zusammenarbeit mit der AOK Baden-Württemberg, der Bosch BKK und MEDI Baden-Württemberg hatten wir erstmals die Möglichkeit, an einer großen Bevölkerungsgruppe zu prüfen, welche Ergebnisse mit dem Angebot der Vorsorge-Darmspiegelung ab 50 Jahren zu erzielen sind", erklärt Brenner.

Für Männer ist die Darmspiegelung noch viel relevanter als für Frauen

Die Untersuchung offenbarte einen deutlichen Geschlechterunterschied in der Altersgruppe zwischen 50 und 54: Während bei nur 4,5 Prozent der Frauen dieser Altersgruppe Darmkrebs oder Vorstufen gefunden wurden, traten sie bei Männern mit 8,6 Prozent fast doppelt so häufig auf.

Das heißt, die Ärzte entdeckten bei jeder zwölften Untersuchung von Männern eine verdächtige Gewebeveränderung. Dagegen müssten bei Frauen dieser Altersgruppe 22 Darmspiegelungen durchgeführt werden, um einen relevanten Befund zu entdecken.

Das Fazit Hermann Brenners lautet: „Damit sind Darmkrebs und seine Vorstufen bei Männern dieser Altersgruppe sogar häufiger als bei den 55 bis 69-jährigen Frauen, bei denen die Darmspiegelung ganz selbstverständlich zum Krebsfrüherkennungsangebot gehört." Das sei ein überzeugender Grund dafür, die Altersgrenze für die Vorsorge-Koloskopie zumindest bei Männern schon vom 50. Geburtstag an routinemäßig anzubieten.

Video: Diagnose Darmkrebs - Das sind die größten Risikofaktoren

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DKFZ/Felix Burda Stiftung
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