+++ Das sind die erfolgreichsten Regionen Deutschlands +++

Wenn dieser Newsletter nicht korrekt dargestellt wird, klicken Sie bitte hier.  
zur FOCUS Online Startseite zur Startseite
News-Service: Landkreis-Ranking
Großes Landkreis-Ranking 2017
Das sind die erfolgreichsten Regionen Deutschlands

Deutschland geht es wirtschaftlich gut, der Trend dürfte sich weiter fortsetzen. In einem großen Ranking hat FOCUS-MONEY alle Landkreise und Städte verglichen. Die Top-10 liegen ohne Ausnahme in Bayern und Baden-Württemberg. Gesamtsieger ist ein kleiner Landkreis östlich von München.

Welche Bilder haben Sie vor Augen, wenn Sie Ortsnamen wie Frauenneuharting, Oberpframmern oder Egmating hören? Bayerische Provinz, oder? Wirtshaus, Trachtenumzug, Kirchturm mit Zwiebeldach, friedlich grasende Kühe, Bauernhöfe, Maibaum, Brunnen auf dem Marktplatz, eingebettet irgendwo zwischen Wäldern, Hügeln und Seen des Voralpenlandes. Gerne garniert mit Attributen wie Verschlafenheit oder Rückständigkeit.

Boom im Münchner Speckgürtel

Urteilen Sie nicht vorschnell. Zugegeben, pulsierende Metropolen sind die drei Gemeinden mit ihren zusammen rund 6200 Einwohnern wahrlich nicht. Die klassischen Dorf-Klischees werden hier noch zur Genüge – auch durchaus bewusst und mit Stolz – erfüllt. Abgehängt sind die Orte deswegen noch lange nicht. Vielmehr heißt es: Willkommen in Deutschlands wirtschaftsstärkster Region!

Zusammen mit 18 weiteren Gemeinden bilden Frauenneuharting, Oberpframmern und Egmating den bayerischen Landkreis Ebersberg, der den ersten Platz in der aktuellen Auflage des Landkreis-Rankings von FOCUS-MONEY belegt.

Keine andere Region beziehungsweise kreisfreie Stadt kam bei den sieben abgefragten Kriterien BIP-Wachstum, Arbeitslosenquote, Bevölkerungswachstum, Bruttowertschöpfung, Investitionen, verfügbares Einkommen und Erwerbstätigenentwicklung, anhand derer die Wirtschaftskraft verglichen wurde, auf eine bessere Gesamtplatzierung.

Zwar schafft es Ebersberg bei keiner Kennzahl bis ganz an die Spitze der Ranglisten, das durchweg gute Abschneiden brachte jedoch einen veritablen Vorsprung vor den Verfolgern, den Landkreisen Heilbronn und Tuttlingen aus Baden-Württemberg.

Gesamt-Tabelle: Die 10 Spitzenreiter im Landkreis-Ranking 2017

Grün und gut für die Bürger

Ebersberg erstreckt sich auf 550 Quadratkilometern östlich von München. Rund 137.000 Menschen sind dort zuhause. Sie genießen das Leben inmitten ausgedehnter Felder, Wiesen und Wälder. 37 Prozent der Kreisfläche sind von Wald bedeckt. Der Ebersberger Forst ist mit 75 Quadratkilometern die größte zusammenhängende Waldfläche im süddeutschen Flachland. 53 Prozent sind landwirtschaftliche Fläche. Weniger als zehn Prozent entfallen auf Siedlungs- und Verkehrsflächen. Die Wirtschaft prägt der Dienstleistungssektor mit einem Anteil von zwei Dritteln. Ein Fünftel entfällt auf das verarbeitende Gewerbe. Land- und Forstwirtschaft machen weniger als vier Prozent aus.

„Wir haben kein Großunternehmen wie Playmobil oder BMW##chartIcon, das bei uns beherrschend wäre. In der Region sind vielmehr zahlreiche kleine und mittelständische Betriebe zuhause, die aber nicht minder erfolgreich sind – auch international", erklärt Landrat Robert Niedergesäß (CSU). Zum Beispiel die Firma Brunner in Glonn, die Formen für die Schokoladenherstellung in alle Welt liefert. Oder Schröter Modell- und Formenbau in Oberpframmern, das unter anderem die Autoindustrie oder Hersteller von Haushaltsgeräten mit Formen, Designmodellen und Prototypen versorgt.

„Die ausgewogenen Strukturen sorgen für Stabilität und eine geringere Krisenanfälligkeit", erklärt Niedergesäß. Er sieht sich und seine Behörde als Partner der Wirtschaft. „Wir besuchen zum Beispiel regelmäßig die Betriebe in unserer Gemeinde und erkunden den Bedarf vor Ort, um dann möglichst schnell und zielgerichtet reagieren zu können." Zusammen mit drei weiteren Kreisen strebt er erstmals in Bayern eine Zertifizierung als mittelstandsfreundliche Kommune an. Das RAL-Gütezeichen gibt es für die Einhaltung von 14 Servicegarantien unter anderem für schnelle Genehmigungsverfahren und die schnelle Bezahlung von Rechnungen.

Münchens Stärke strahlt aus

Ein elementarer Wirtschaftsfaktor für Ebersberg ist natürlich auch die nahgelegene Metropole München. So profitiert der Kreis unter anderem von der gut ausgebauten Verkehrsinfrastruktur mit Autobahnen, Schienenwegen und dem zweitgrößten Flughafen Deutschlands.

Seit Ende der 70-Jahre ist Ebersberg ans S-Bahn-Netz Münchens angeschlossen. Unter anderem über diese Ader findet ein reger Austausch statt. Mehr als zwei Drittel der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten des Kreises pendeln jeden Morgen in die bayerische Landeshauptstadt beziehungsweise in den Landkreis München, gute 50 Prozent kommen zum Arbeiten nach Ebersberg. Die Arbeitslosenquote im Kreis lag im November bei 1,9 Prozent.

Gerade junge Familien ziehen in die Region

Während Ebersberg Arbeitskräfte schickt, „exportiert" München kräftig Einwohner. Allein in den Jahren 2009 bis 2013 zogen 6100 Personen aus der Stadt und dem Landkreis München in eine der Ebersberger Gemeinden, zeigt der Sozialbericht 2015 des Landkreises. Vor allem junge Familien zieht es in die Region. Die größte Gruppe unter den Zuzüglern stellen die 30- bis 39-jährigen. Aber auch aus sich heraus wächst die Bevölkerung. Im Zeitraum 2009 bis 2013 überstieg die Zahl der Geburten die der Todesfälle um mehr als 500. Mit einem Anteil von mehr als 21 Prozent Kindern und Jugendlichen an der Gesamtbevölkerung ist Ebersberg der „jüngste" Kreis in Bayern. „Neben Bürgern, die zahlreich zu uns ziehen, haben wir aber auch stets Anfragen von Unternehmen, die aus der Stadt raus wollen aufs Land, unter anderem, um von den günstigeren Gewerbesteuern zu profitieren. Entsprechend aktiv sind die Gemeinden in der Ausweisung neuer Gewerbeflächen", erklärt Landrat Niedergesäß.

Die Zuwächse stellen den Kreis aber auch vor große Herausforderungen. Aktuelle Prognosen sagen bis zum Jahr 2034 ein Bevölkerungsplus von 17,5 Prozent voraus. Rekord in Bayern.

Surftipp:

Der Kreis muss bezahlbaren Wohnraum schaffen

Eine Hauptaufgabe lautet daher: bezahlbaren Wohnraum schaffen. Die Miet- und Immobilienpreise gehen nämlich nicht nur im benachbarten München durch die Decke. Die Südbayerische Immobiliengesellschaft sieht die Kaltmiete je Quadratmeter im Kreis Ebersberg aktuell deutlich jenseits von zehn Euro im Durchschnitt. Für Ein- und Zweifamilienhäuser liegt die Kaufpreisuntergrenze laut amtlichem Immobilienmarktbericht für Bayern bei 600.000 Euro. Wohnbauland, wenn überhaupt verfügbar, schlägt mit 400 bis 800 Euro je Quadratmeter zu Buche.

Selbst landwirtschaftliche Flächen kosten zehn und mehr Euro je Quadratmeter – fünfmal mehr als in den günstigsten Regionen Bayerns. Der Landkreis will Abhilfe schaffen: „Wir gründen gerade zusammen mit interessierten Gemeinden ein Kommunalunternehmen, das ab 2017 Wohnungen bauen soll", erklärt der Landrat.

Der Süden führt die Rangliste an, der Osten liegt am Ende

Bottrop ist Schlusslicht

Solche Probleme hätte Bottrop gerne. Die Stadt im Ruhrgebiet trägt die rote Laterne im Landkreis-Ranking. Erstmals in den letzten zehn Jahren ist damit eine Region im Westen Deutschlands das Schlusslicht. Die Bevölkerung schrumpft seit Jahren. Auch die Wirtschaft befindet sich im Rückwärtsgang, wie die jüngsten BIP-, Erwerbstätigkeits- und Investitionsdaten im MONEY-Ranking zeigen.

Gesamt-Tabelle: Die 10 schwächsten Regionen im Ranking 2017

Den Kopf in den Sand steckt man in Bottrop deshalb aber nicht. Gerade hat es die Stadt in die zweite Runde des Wettbewerbs „Zukunftsstadt" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung geschafft. In der ersten Runde waren 51 Städte ausgewählt und aufgerufen worden, Bürger, Wissenschaft, lokale Politik, Wirtschaft und Verwaltung an einen Tisch zu bringen und Ideen und Projekte zum wirtschaftlichen Strukturwandel, zu Mobilität, zum demografischen Wandel oder einem klimagerechten Stadtumbau zu sammeln. 20 Kommunen, darunter Bottrop, hat die Jury nun grünes Licht für konkrete Planungen gegeben.

In der dritten Phase ab 2018 dürfen dann acht Städte mit staatlichen Fördermitteln ausgestattet an die Umsetzung ihrer Pläne gehen. Vielleicht geht es dann ja wieder aufwärts im Ranking. Urteilen Sie nicht vorschnell.

Das sind die besten und schlechtesten Regionen beim Wirtschafts-Wachstum

Hier ist die Job-Situation besonders gut beziehungsweise schlecht

Einwohner-Entwicklung: Trier wächst am schnellsten, der Erzgebirgskreis verliert viele Bürger

Die Top-10 und die Flop-10 bei der wirtschaftlichen Leistung je Arbeitnehmer

Das sind die Stärksten und Schwächsten bei Investitionen im verarbeitenden Gewerbe

So hoch oder niedrig ist das verfügbare Einkommen je Bürger

Hier haben sich die Erwerbstätigen-Zahlen besonders stark beziehungsweise schwach entwickelt

Im Video: Diese Karte zeigt, wo Wohnen in München am günstigsten ist

zur aktuellen Meldung »
ZUM THEMA
Köln, Berlin, München: In welchen Stadtvierteln Immobilien noch erschwinglich sind Bis zu 67 Prozent Miet-Ersparnis: Warum Sie jetzt noch eine Immobilie kaufen sollten Zwei Millionen Wohnungen stehen leer - warum herrscht trotzdem Mangel?
Landkreis-Ranking: aktuelle Meldungen
Stadtviertel im Vergleich
Köln, Berlin, München: In welchen Stadtvierteln Immobilien noch erschwinglich sind
Die Immobilienpreise in Deutschland sind hoch. Doch Durchschnittsangaben können täuschen. Denn auch in teuren Städten gibt es günstige Viertel. Eine neue Übersicht zeigt, wo die Preise noch relativ niedrig sind. »
Günstige Baufinanzierung
Jetzt kaufen statt mieten!
Vergleichen Sie die Konditionen von über 60 Banken! »
Top-Wohnorte als PDF
Immobilien-Atlas 2016: Die besten Wohnlagen Deutschlands
Der PDF-Ratgeber zeigt Ihnen, wo Sie in der Stadt und auf dem Land noch Top-Immobilien kaufen können. Plus: Detailanalysen von Deutschlands größten Städten, eine Liste von 1000 Top-Maklern und die besten Ferienhaus-Lagen in Europa. »
Für Anregungen und Verbesserungsvorschläge stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
Schreiben Sie an: webmaster@focus.de
Wenn Sie diesen Newsletter künftig im Text-Format erhalten wollen, klicken Sie hier.
Wenn Sie diesen Newsletter abbestellen wollen, klicken Sie hier.
Weitere Newsletter von FOCUS Online finden sie hier.
Verantwortlich für diesen Newsletter: FOCUS Online Group GmbH
St. Martin Str. 66, D-81541 München
Tel. 089/92 50 - 3292, E-Mail: redaktion@focus.de

Geschäftsführer: Daniel Steil, Jürgen Schlott, Andreas Laube, Amtsgericht München, HRB 97887