+++ Tuchel-Vergleich mit BVB-Meistertrainern +++

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Klopp, Sammer, Hitzfeld
Tuchel-Vergleich mit BVB-Meistertrainern

Platz fünf zur Winterpause, der FC Bayern und RB Leipzig schon um 12 respektive neun Punkte enteilt – Borussia Dortmund kann zur Saison-Halbzeit nicht zufrieden sein.

Diese Unzufriedenheit manifestiert sich beim BVB laut "Kicker" vor allem an Trainer Thomas Tuchel.

Wie das Fachmagazin berichtet, würden die Verantwortlichen in diesem Frühjahr "sorgfältig abwägen", ob ein Angebot zur Verlängerung des 2018 auslaufenden Vertrages Sinn ergebe.

Offenbar sind die Zweifel groß, ob der 43-Jährige die Erfolge von Jürgen Klopp, Matthias Sammer und Ottmar Hitzfeld wiederholen kann: nämlich die Deutsche Meisterschaft nach Dortmund zu holen.

Video: Dortmund soll Zweifel an Zukunft mit Tuchel haben

Doch wie war das eigentlich bei den letzten drei Meistertrainern des BVB? Ein Vergleich gibt Aufschluss.

1. Zeit bis zum ersten Meistertitel

Sammer holte den Titel 2002 bereits in seiner zweiten Saison als Chefcoach, bei Klopp waren es drei Jahre bis zum Triumph 2011, Hitzfeld brauchte nach seinem Dienstbeginn sogar vier Saison, um 1995 die Deutsche Meisterschaft zu holen.

So gesehen hat Tuchel noch Zeit, um den Club wie erhofft ganz nach oben zu führen.

2. Sportliche Bilanz in der Anfangszeit

Für Tuchel spricht eine starke Debütsaison in Schwarz-Gelb im vergangenen Jahr. 77 Punkte hätten in manch anderer Spielzeit zu Platz eins gereicht, aufgrund der Übermacht der Bayern wurde man nur bester Vizemeister aller Zeiten.

Klopp startete mit 59 Punkten auf Platz sechs, wurde dann mit 57 Zählern Fünfter um schließlich mit 75 Punkten die Meisterschaft einzufahren.

Sammer, der den BVB in der Vorsaison zusammen mit Udo Lattek vor dem Abstieg bewahrt hatte, begann als Chefcoach mit 58 Punkten und Platz drei, steigerte sich dann mit 70 Punkten zum Meistertitel.

Und Hitzfeld? Der schrammte in seiner ersten BVB-Saison mit umgerechnet 72 Punkten (bei 20 Teams) nur wegen des schlechteren Torverhältnisses an Platz eins vorbei, erreichte in den Folgejahren aber nur noch 59 und 54 Zähler und jeweils Platz vier.

Die Punkteausbeute aus der Vorsaison kann Tuchel nicht mehr wiederholen, mit einer guten Rückrunde muss er sich aber vor der sportlichen Anfangsbilanz seiner erfolgreichen Vorgänger nicht verstecken.

3. Fan-Nähe

Die sportliche Bilanz ist bei einem Verein wie der Borussia die eine Seite der Medaille, ein Gespür für die Befindlichkeiten des Umfelds die andere.

Klopp verstand es wie kein Zweiter, die Identifikation der BVB-Fans mit dem Club auf seine Person zu projizieren. Der Schwabe stand schnell für "Echte Liebe", so manche Niederlage wurde deshalb auch verziehen.

Anders sein Meister-Vorgänger Sammer: Geliebt wurde "Motzki" in Dortmund nie wirklich, dafür war er auch einfach nicht der Typ. Dennoch brachten ihm die Fans - auch wegen seiner Spieler-Vergangenheit - immer größte Anerkennung und maximalen Respekt entgegen.

Ebenso wie Hitzfeld. Der brauchte zwar eine Weile, um seine Emotionen auch öffentlich zu zeigen, hatte aber ein gutes Gespür für die in Dortmund gelebte Fankultur.

Tuchel aber - so lautet der immer öfter gehörte Vorwurf - sei zu technokratisch, zu wenig fan-nah. Echte Liebe? Fehlanzeige. Nicht mal ein paar Schmetterlinge im Bauch gibt es offenbar bei Trainer und Fans.

Dieser Umstand könnte Tuchel bei dauerhaftem Misserfolg zum Verhängnis werden. Noch bevor er sich in die Riege der BVB-Meistertrainer einreihen kann.

Video: Weigl-Berater bereiten BVB-Abschied vor

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