+++ Zwölfjähriger Terrorverdächtiger brachte Ermittler auf die Spur +++

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  EILMELDUNG   23.01.2017, 19:34
Anschlagspläne in Wien und Neuss
Zwölfjähriger Terrorverdächtiger brachte Ermittler auf die Spur

Auf die Spur einer neuen Terrorzelle zwischen Wien und Neuss brachte die Ermittler ein Zwölfjähriger. Der vermutlich religiös radikalisierte Junge soll am 24. November versucht haben, einen Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Ludwigshafen zu verüben.

Wie FOCUS aus Justizkreisen erfuhr, stand der Junge über soziale Netzwerke in Kontakt mit dem 17-jährigen Islamisten Lorenz K. aus Wien. Die deutschen Behörden leiteten den Hinweis an die Kollegen aus Österreich weiter.

Am Freitag erfolgte der Zugriff durch die österreichische Spezialeinheit „Cobra" in Wien: Lorenz K. wurde nach seiner Rückkehr aus Deutschland festgenommen. Der Dschihadist soll nach FOCUS-Informationen mit Hilfe einer Gruppierung albanisch stämmiger Extremisten einen Anschlag in Wien geplant haben.

Sprengstoffanschlag auf Polizisten und Soldaten geplant

Bei der Vernehmung brachte Lorenz K. den Neusser Terrorverdächtigen Kevin T. ins Spiel, einen deutschen Konvertiten. Lorenz K. sagte aus, dass er den Mann über soziale Netzwerke kennengelernt habe.

Der Wiener berichtete nach FOCUS-Informationen weiter, dass die beiden häufig darüber sinniert hätten, wie sie der deutschen Politik schaden könnten. Am besten sei ihnen ein Sprengstoffanschlag auf Polizisten und Bundeswehrsoldaten erschienen.

Neusser bestreitet Anschlags-Vorbereitung

Dann hätten sie gemäß der Aussage überlegt, wie sie eine Bombe aus Böllern und Pyrotechnik bauen können und gemeinsam Probesprengungen im Freien durchgeführt.

Die österreichischen Sicherheitsbehörden alarmierten daraufhin ihre Kollegen in Deutschland. Der Zugriff in Neuss erfolgte schnell: Ein Spezialeinsatzkommando stürmte die Wohnung, Kevin T. wurde festgesetzt. Sprengstoff entdeckten die Einsatzkräfte dort allerdings nicht.

Der Neusser Terrorverdächtige gab zu, Kontakte zum Wiener Dschihadisten Lorenz K. zu haben. Lorenz K. habe zwei Wochen bei ihm in Neuss verbracht. Was die beiden dort genau trieben, ist unklar. Sprengstoffanschläge hätten sie nicht verüben wollen, sagte Kevin T. nach FOCUS-Informationen aus.

Haftbefehl beantragt

Er bezeichnet sich selbst als radikalislamischer Salafist. Eine hohe Meinung habe er von dem Hildesheimer Prediger Abu Walaa, der als oberster Repräsentant der Terrormiliz Islamischer Staat in Deutschland gilt. Als zu weich halte der Neusser dagegen den Kölner Islamisten-Prediger Pierre Vogel.

Obwohl Kevin T. bestritt, Sprengstoffanschläge geplant zu haben, hat die Staatsanwaltschaft Düsseldorf gegen den mutmaßlichen Komplizen von Lorenz K. einen Haftbefehl beim Landgericht NRW wegen Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat erwirkt.

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