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Bundesliga-Vereine beteiligen sich nicht am Transfer-Wahnsinn
Sind Deutschlands Clubs die Doofen?

Während die Spitzen-Clubs aus Italien, England und Spanien immer mehr Geld für neue Spieler investieren, immer utopischere Ablösesummen zahlen, halten sich die Bundesligisten zurück. Ist es richtig, den Wahnsinn nicht mitzumachen, oder leidet die Konkurrenzfähigkeit?

Es ist Sommer und der europäische Transfermarkt entfaltet seinen alljährlichen Wahnsinn. Kaum ein Tag vergeht, an dem keine Meldung über "Mega-Wechsel", "Rekord-Ablöse" oder "Fabel-Gehalt" die Runde macht.

Hier "mal eben" 40 Millionen Euro für einen englischen Torwart namens Jordan Pickford, der in der Vorsaison 69 Liga-Gegentreffer hinnehmen musste, da 57 Millionen Euro für einen guten, aber keinen überragenden Benjamin Mendy, dessen Bewerbungsschreiben lediglich ein starkes Jahr bei der AS Monaco war.

220 Millionen für Neymar, 180 für Mbappé

Paris Saint-Germain bastelt derzeit daran, Superstar Neymar in die französische Hauptstadt zu locken. Für 220 Millionen Euro. Spanische Medien zufolge steht Real Madrid kurz davor, 180 Millionen für Monacos Top-Talent Kylian Mbappé, auszugeben.

Die Top-Clubs werfen mit Beträgen um sich, die weder greifbar noch legitimierbar sind. Nur die Bundesliga schaut zu, während sich andere Vereine die Kohle monopolyartig hin und herschieben.

Mag es auf der einen Seite bodenständiger oder seriöser anmuten, dass beispielsweise der Rekordtransfer des FC Bayern mit "nur" 41 Millionen Euro verhältnismäßig günstig ausfällt, wird andererseits immer wieder die Frage gestellt, ob die deutschen Vereine bei der aktuellen Marktentwicklung konkurrenzfähig bleiben können.

Doch warum beteiligen sich die finanzkräftigsten Bundesliga-Teams nicht am munteren Geldausgeben? Besonders die Bayern, mit Abstrichen auch Borussia Dortmund, könnten doch auch mal 70 Millionen für einen neuen Superstar lockermachen, oder? Vermutlich, weil sie sich an geltende Regeln halten.

"Financial Fairplay" leicht zu umgehen

Das Uefa-Kontrollorgan "Financial Fairplay" soll eigentlich verhindern, dass Vereine mehr Geld ausgeben als sie einnehmen. Allerdings gibt es dabei etliche Schlupflöcher und Tricks, das Reglement zu umgehen. PSG plant in Neymars Fall, ein privates Sponsoring, damit die Ablöse nicht in den Büchern des Vereines auftaucht.

Video: Piqué deutet Neymar-Abschied von Barcelona an

Der AC Mailand, der ähnlich wie Paris von ausländischen Investoren geleitet wird, gab in diesem Sommer beispielsweise 189 Millionen Euro für neue Spieler aus. Natürlich viel mehr als die "Rossoneri" auf der anderen Seite eingenommen haben.

Milan bewegt sich dabei sogar in einem legalen Rahmen. Eine Sonderregelung des Financial Fairplays erlaubt Clubs mit neuen Besitzern, die dem so genannten "Voluntary Agreement" beigetreten sind, im ersten Jahr mehr Geld auszugeben. Sofern sie einen guten Businessplan vorlegen können.

Eine Methode, die in der Bundesliga kaum vorstellbar wäre, wirken die deutschen Vereine doch schlicht gesetzter als die meisten neureichen Scheich-Clubs.

"Diesen Wahnsinn möchte ich nicht mitmachen"

Bayern-Präsident Uli Hoeneß kritisierte jüngst die Entwicklungen auf dem Transfermarkt. " "Ich möchte keinen Spieler für 150 oder 200 Millionen kaufen, diesen Wahnsinn möchte ich nicht mitmachen. Das sind Dinge, die wir beim FC Bayern total ablehnen", erklärte der 65-Jährige während der Asien-Reise des Rekordmeisters.

Mit dieser Haltung steht er in Deutschland nicht alleine da. Auch Gladbach-Boss Max Eberl nannte den modernen Markt "Wahnsinn".

Video: Ist Kylian Mbappé der neue Ronaldo für Real?

Selbst Daniel Levy, Vorstandschef beim englischen Erstligisten Tottenham Hotspur, äußerte sich ablehnend: "Ich bin nicht sicher, ob das die anderen Klubs auch so sehen, aber die Preise, die für andere Premier-League-Spieler bezahlt werden, erscheinen mir auf lange Sicht nicht nachhaltig".

Wohin der Weg führt, ist - Stand jetzt - nicht abzusehen, allerdings erwarten nicht wenige Experten in naher Zukunft den großen Transfermarkt-Knall. Wenn es soweit ist, sind die Bundesligisten nicht die Doofen, sondern die, die von sich behaupten können, alles richtig gemacht zu haben.

Video: Transfer-News - Zwei Gerüchte, eine Fixmeldung

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