Seit 1996 war Hoppe an der Seite von Schauspielerin Ulrike Folkerts alias Komissarin Lena Odenthal zu sehen. Er spielte nicht nur ihren Kollegen, sondern auch ihren etwas chaotischen Freund und (Ex-)-Mitbewohner – einen Halbsizilianer, der Fan von gutem Essen und italienischen Autos ist. Dass Hoppe künftig nicht mehr in der Krimireihe dabei sein wird, bestätigte der SWR am Donnerstag.
„Nach über zwanzig Jahren wird der SWR den Ludwigshafener 'Tatort' um die Figur Lena Odenthal ohne Ko-Ermittler Kopper weiterentwickeln", sagte SWR-Fernsehfilmchefin Martina Zöllner. Man befinde sich mit Hoppe „in guten Gesprächen über andere Projekte".
Letzter Fall schon im Herbst
Sein letzter Einsatz im Lena-Odenthal-„Tatort" werde der Fall „Kopper" sein, der im kommenden Herbst ausgestrahlt wird. In seinem dann 57. Fall werde der Kommissar mit seinen sizilianischen Wurzeln konfrontiert.
Folkerts: „Werde die ein oder andere Träne vergießen"
Schauspielerin Ulrike Folkerts bedauert Hoppes Ausstieg nach eigenen Worten sehr: „Wir haben so viel zusammen erlebt, 20 Jahre lang viele Täter geschnappt, wichtige Themen auf den Bildschirm gebracht und am WG-Tisch italienisches Essen genossen", sagte sie laut SWR.
Sie werde Hoppe am Set und in den Filmen vermissen. Wenn sein letzter „Tatort" im Herbst ausgestrahlt wird, werde sie „vor dem Bildschirm wahrscheinlich die ein oder andere Träne vergießen", so Folkerts weiter.
Schlechte Quoten für „Babbeldasch"
Der jüngste Fall aus Ludwigshafen – der improvisierte Fall „Babbeldasch" ohne Drehbuch – hatte am vergangenen Sonntag kontroverse Reaktionen ausgelöst. Nur 6,35 Millionen Zuschauer schalteten bei dem Krimi ein, in dem Kopper nur eine kleine Rolle spielte. Das war eine der schlechtesten Einschaltquoten in der „Tatort"-Geschichte.
Im Interview mit FOCUS Online zu dem Fall hatte Andreas Hoppe sich mit Blick auf seine Zukunft in der Krimireihe bereits vage geäußert: Auf die Frage, ob Kopper aus seinem Italienurlaub, in den er sich in „Babbeldasch" abgesetzt hatte, auch zurückkehren werde, sagte er: „Italien ist schon sehr schön …"
Hoppe wünschte sich „mehr Spielraum für Kopper"
Auch die Entwicklung der Beziehung von Odenthal und Kopper gefiel ihm offensichtlich nicht: „Es gab eine Vertrautheit, um die es einem schon leid tun kann." Außerdem betonte Hoppe: „Mehr ‚Spielraum' für Kopper würde der Rolle ganz sicher gut tun."
Fernsehfilmchefin Zöllner sagte, Hoppe habe „mit seiner Präsenz und seinem markanten Auftritt" den Ludwigshafener Odenthal-„Tatort" geprägt und dankte ihm für die Zusammenarbeit.
Video: Hinter den Kulissen des „Tatorts"