Als es noch keine Kaufhäuser, Fertigprodukte und keinen Nahrungsmittelüberschuss gab, musste der Körper oft aus zwei spärlichen Mahlzeiten die Energie für eine ganze Woche gewinnen. Firmicutes-Bakterien, die „Kalorien-Sammler", waren deswegen vor Jahrtausenden lebensnotwendig, doch in der heutigen Zeit ist ein Überschuss dieser Bakterien im Darm , wie er sich bei abnehmresistenten Personen häufig feststellen lässt, ein Fluch.
Denn Firmicutes sind in der Lage, aus einer Gurke so viel Energie „herauszupressen", wie für andere in einem Wiener Schnitzel enthalten ist. Scharfe Kalorienkontrolle nutzt vielen Adipösen somit nichts, wenn in ihrem Darm die Firmicutes überwiegen und dafür die „Schlankmacherbakterien" Bacteroidetes, die Zucker „jagen" und verkapselt zur Ausscheidung bringen können, den Darm nur in homöopathischer Anzahl besiedeln.
Versteckte Energie
In der heutigen Zeit findet man in viel zu vielen Lebensmitteln Zucker . Dieser ist die Nahrung für die Firmicutes-Bakterien, weswegen sich die ungeliebten Dickmacher in unserem Darm ansiedeln und vermehren – schließlich sorgen wir mit unserer Ernährung (unbewusst) dafür, dass sie sich in uns pudelwohl fühlen.
Die gute Nachricht: Das Gleichgewicht im Darm lässt sich durch eine kluge Ernährung, das richtige „Bakterienfutter" und speziell abgestimmte Probiotika sehr gut beeinflussen. Es geht also nicht nur um Kalorien-Kontrolle, sondern insbesondere um die Zusammensetzung unserer Nahrung. Denn immer, wenn wir im Überfluss leben, schadet dies nachhaltig unserer Gesundheit.
Wohlfühlgewicht als Ziel
Und so sind nicht die typische „Twiggy"-Figur und Size Zero erstrebenswert, sondern ein gesundes Körpergewicht, mit dem man sich wohlfühlt und das man problemlos halten kann, ohne vor jedem Eissalon die Augen verschließen zu müssen. Ein Garant dafür ist eine langfristige Änderung des Lebensstils mit der „Darm-Diät": Die eigenen Darmbakterien werden auf „schlank" umprogrammiert – so reduziert sich nicht nur das Gewicht, sondern man behält auch dauerhaft seine Wunschfigur – und man tut auch der (Darm-)Gesundheit etwas Gutes.
1. Was Sie essen sollten
Setzen Sie vor allem Lebensmittel auf Ihren Speiseplan, die gesunde Bakterien enthalten (Probiotika) oder den Darmbakterien als Nahrung (Präbiotika) dienen.
- mageres Fleisch, Fisch, Nüsse und Samen
- Pflanzenöle wie Olivenöl, Raps- und Leinöl
- Gemüse
- Obst
2. Worauf Sie verzichten sollten
Streichen Sie Lebensmittel, die die Firmicutes nähren. So hungern Sie die unerwünschten Bakterien quasi aus.
Wer befürchtet, die ersten vier bis sechs Wochen ohne Kohlenhydrate nicht durchzuhalten, verarbeitet in den Mahlzeiten Hülsenfrüchte, Vollkorn und Kartoffeln. Der Erfolg wird sich dann nicht so rasch einstellen, doch auch so gelangen Sie langfristig zum Ziel.
Egal welchen Weg Sie wählen, die Ernährungsgewohnheiten sollten Sie zumindest für ein Jahr umstellen, um die Darmbakterien dauerhaft auf „schlank" zu programmieren und Ihr Wohlfühlgewicht auch im Urlaub mit Eissalon und „Jagertee" problemlos halten zu können.
Im Video: Verbraucherzentrale warnt: 17 Magnesium-Produkte können der Gesundheit schaden