+++ 75 Prozent der Gelenk-OPs unnötig: Experten sagen, wie Sie Arthrose selbst heilen +++

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Den Schmerz stoppen mit sanften Methoden
75 Prozent der Gelenk-OPs unnötig: Experten sagen, wie Sie Arthrose selbst heilen

Die Gelenke schmerzen, jede Bewegung tut weh. Wer Arthrose hat, der leidet. Arthrose ist die häufigste aller Gelenkerkrankungen, verursacht zum Beispiel durch Überbelastung, Bewegungsmangel, Übergewicht. Zwei Orthopäden erklären Therapiemethoden.

Rund 35 Millionen Menschen in Deutschland haben in irgendeinem oder mehreren Gelenken Arthrose. Arthrose ist eigentlich keine Krankheit, sondern ein Verschleiß, dem jeder unterworfen ist. Aber nur zehn Prozent der Menschen, also rund fünf Millionen, haben Schmerzen und leiden darunter. Studien zeigen, dass es keinen Zusammenhang zwischen Schmerzintensität und Arthrose-Grad gibt.

Ein Mensch mit geringen Abnutzungen kann mehr leiden, als jemand, dessen Knorpel fast zerstört ist. Erst der Schmerz macht die Arthrose zur Krankheit. Das bedeutet Arthrose ist nicht nur eine Verschleißkrankheit sondern auch eine Schmerzkrankheit. Zwar kann der Verschleiß nicht rückgängig gemacht, der Schmerz kann jedoch gestoppt werden.

Und genau hier setzen wir an. Wir haben bei Arthrose zwei Stellschrauben, an denen wir drehen können: die Degeneration, also den Verschleiß aufzuhalten. und den Schmerz zu bewältigen beziehungsweise abzustellen.

Als Verfechter sanfter Therapiemethoden wissen wir, dass bei Arthrose ein Schwarz-Weiß-Denken nicht weiterhilft. Es spielt keine Rolle, an welchem Punkt der Leidensgeschichte man steht, solange das Spektrum der modernen Schmerztherapie nicht ausgeschöpft ist.

Arthrose behandeln mit einer konservativen Therapie

Wir arbeiten erfolgreich mit schonenden, konservativen Verfahren. Ein Medikament, das den Verschleiß stoppen oder die geschädigten Knorpel reparieren kann, gibt es bisher nicht. Wenn die Schmerzen zu groß sind, ist der nächste Schritt in der Regel ein künstliches Gelenk. Doch eine OP lässt sich in 75 Prozent aller Fälle vermeiden und mit einer ganzheitlichen Therapie, die Bewegung, Schmerzlinderung und eine gelenkschonende Ernährung einschließt, ersetzen.

In unserem ganzheitlichen Programm steht ein künstliches Gelenk an letzter Stelle. Unser Ziel: Wir möchten den Menschen, die unter Gelenkschmerzen leiden, eine Tür zu einem neuen Verständnis des Beschwerdebildes Arthrose aufstoßen und die Selbstheilungskompetenz des Körpers aktivieren.

1. Die Entzündung bekämpfen, den Brandherd löschen

Zum einen gilt es zu verhindern, dass der Schmerz chronisch wird und sich im Gehirn festsetzt. Zum anderen muss die Entzündung schnellstens weg, weil sie Gift für den Körper ist. Die Gelenke brauchen schonende Bewegung, um den Verschleiß kompensieren zu können. Je nach Schmerzgrad stehen verschiedene Mittel zur Verfügung – von Tabletten bis Injektionen – nach der Maxime: So wenig wie möglich, so viel wie nötig. Auch natürliche Alternativen wie Naturheilmittel und Akupunktur kommen zum Einsatz.

2. Mit Entspannung die Schmerzwahrnehmung regulieren

Gelenkbeschwerden schlagen auf die Stimmung. Der Schmerz beherrscht im schlimmsten Fall das Denken und wirkt sich auf den gesamten Alltag aus. Entspannung lockert nicht nur die Muskulatur, sondern auch die auf den Schmerz fokussierten Gedanken. Es gibt einige Methoden, die in der Praxis gut funktionieren: Biofeedback, Autogenes Training und Meditation können das Schmerzempfinden um bis zu 50 Prozent reduzieren.

3. Funktion und Stabilität der Gelenke verbessern

Gelenke brauchen Bewegung, um stark und flexibel zu sein. Damit unsere Patienten wieder in Bewegung kommen, verordnen wir als erstes Physiotherapie, um die oft verkümmerte Muskulatur mit Mobilisations- und Dehnungsübungen ohne Muskelspannung wieder zu aktivieren.

4. Muskeltraining 2.0 – Sensomotorische Einlagen und orthopädische Hilfsmittel

Der Orthopäde verfügt über einige Hilfsmittel, um das Gelenk in der Akutphase zu entlasten, es zu stabilisieren und in der Bewegung zu führen. Das reicht von Bandagen, über Orthesen bis hin zu Einlagen.

5. Die Stabilität der Muskulatur kräftigen und neuem Schmerz vorbeugen

Mit dem Stabilitätsprogramm werden Muskeln und Gelenke mobil. Die gesamte funktionale Muskelkette wird gestärkt, um mehr Flexibilität und Belastbarkeit zu erreichen. Mit regelmäßigem Training – ob zu Hause oder im Fitnessstudio – wachsen Ihre Muskeln und werden stärker, so dass sie mit maximaler Power der Entlastungsaufgabe nachkommen können.

6. Strategien zur Schmerzbewältigung

Angst, negative Erwartungen, der Glaube einer unheilbaren Krankheit ausgeliefert zu sein – das alles ist ungünstig für die Schmerzwahrnehmung. Unterbrechen Sie diese Muster! Lenken Sie Ihre Gedanken ab, und richten Sie sie auf etwas Schönes.

7. Die Gelenke nähren und pflegen

Die Ernährung ist bei Arthrose ein wichtiger Faktor. Um einem weiteren Abbauprozess und Schmerzen vorzubeugen ist eine gesunde, ausgewogene Ernährung - vollwertig, überwiegend pflanzlich und basenorientiert, wichtig. Sie bietet zwei Vorteile: Man verliert Gewicht, das nicht mehr auf die Gelenke drücken kann, und man sorgt dafür, das entzündliche Milieu im Gelenk zu verbessern.

8. Rauchen schadet den Gelenken

Der blaue Dunst schadet nicht nur generell der Gesundheit. Er verringert den Sauerstoffgehalt im Blut, was wiederum die Nährstoffversorgung verschlechtert, auf die nicht zuletzt auch der Knorpel im Gelenk angewiesen ist.

9. Ändern Sie die Einstellung zu Ihren Gelenken.

Werden Sie aktiv. Selbst heilen, heißt die Gesundheit in die Hand zu nehmen und dem Verschleiß wie auch dem Schmerz auf vielen Ebenen entgegenzuwirken.

10. Geben Sie nicht auf

Viele Patienten ignorieren Schmerzen zu lange oder haben Angst, zum Arzt zu gehen. Das ist kontraproduktiv! Wenn ein Behandler schnell und frühzeitig arbeiten kann, lösen sich viele Probleme von ganz alleine. Die moderne Medizin verfügt über Mittel und Wege, den Schmerz abzustellen und die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren.

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