+++ Staatsanwaltschaft nennt Beate Zschäpe "Tarnkappe" des NSU +++

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NSU-Prozess im News-Ticker
Staatsanwaltschaft nennt Beate Zschäpe "Tarnkappe" des NSU

Der Mammutprozess geht auf sein Ende zu: Im NSU-Verfahren plädiert die Bundesanwaltschaft. Alles über den Prozesstag im Ticker von FOCUS Online.

  • Im NSU-Prozess ist Beweisaufnahme zu Ende, nun folgen Plädoyers
  • Bundesanwaltschaft setzt Schlussvortrag fort
  • Beate Zschäpe und vier Männer sind angeklagt
  • Zschäpe droht lebenslange Haft wegen Mittäterschaft an NSU-Morden
  • FOCUS-Online-Reporter Malte Arnsperger berichtet aus dem Gericht

Das Wichtigste in Kürze: Mehrfach hat sich das mit Spannung erwartete Plädoyer der Bundesanwaltschaft verzögert, am Dienstag war es dann so weit. Nach mehr als vier Jahren NSU-Prozess fordert die Anklage eine Verurteilung Beate Zschäpes als Mittäterin an allen Morden und Anschlägen des "Nationalsozialistischen Untergrunds". Die Bundesanwaltschaft sieht die Vorwürfe gegen Zschäpe und die vier Mitangeklagten in allen wesentlichen Punkten bestätigt. Das Strafmaß will Diemer erst am Ende des Plädoyers fordern, das 22 Stunden dauern soll, verteilt auf mehrere Tage. Zschäpe droht lebenslange Haft. Mit einem Urteil des Oberlandesgerichts München wird in einigen Monaten gerechnet. Am zweiten Tag wird es weiter um die Rolle von Zschäpe gehen.

9.50 Uhr: Nach der Mikrofon-Panne setzt die Bundesanwaltschaft ihren Schlussvortrag fort. Oberstaatsanwältin Anette Greger wird weiter vortragen, welche Rolle Zschäpe aus Sicht der Anklage bei den NSU-Taten spielte. Das Gericht will regelmäßige Pausen machen. Denn die Anwälte des Mitangeklagten Ralf Wohlleben hatten gestern angemerkt, ihr Mandant sei "bereits jetzt mit dem Aufschreiben überfordert".

9.45 Uhr: Die geplante Fortsetzung des Plädoyers verschiebt sich um fünf Minuten. Es gibt Probleme mit den Mikrofonen im Gericht.

9.40 Uhr: Beate Zschäpe hat auf der Anklagebank Platz genommen. Sie trägt einen geblümten Schal, grauen Pulli. Sie stützt ihre Arme auf ihrem roten Schreibblock auf, sie faltet die Hände, wirkt entspannt, plaudert mit ihrem Anwalt Mathias Grasel.

9.20 Uhr: Der Gerichtssaal in München füllt sich. Die Besucherplätze sind fast vollständig belegt, die ersten Anwälte der Angeklagten haben Platz genommen. Die Hauptangeklagte Beate Zschäpe und ihre Anwälte sind noch nicht da. Zschäpe wird heute wieder im Zentrum des Interesses stehen. Denn die Ankläger werden sich weiter mit ihrer Rolle bei den NSU-Taten beschäftigen.

9.16 Uhr: „Ich bin froh, dass es jetzt losgeht" - mit diesen Worten kommentierte Yvonne Boulgarides den Beginn der Plädoyers. Ihr Mann Theodoros Boulgarides war 2005 in seinem Münchner Laden ermordet worden, wo er einen Schlüsseldienst betrieb. Seine Witwe verfolgte mit ihren Töchtern den Vortrag der Anklagebehörde. Es sei gut, „dass die Dinge kurz gefasst beim Namen genannt werden", sagte sie.

Ankläger nennen Zschäpe „Tarnkappe" des NSU

9.05 Uhr: Die Bundesanwaltschaft will am Mittwoch ihr Plädoyer im Münchner NSU-Prozess fortsetzen. Bundesanwalt Herbert Diemer hatte gleich zum Auftakt des Vortrages am Vortag klargemacht, dass er Zschäpe als „Mittäterin" an den zehn Morden des NSU sieht. Oberstaatsanwältin Anette Greger sagte, Zschäpe habe schon vor ihrem Abtauchen in den Untergrund zusammen mit ihren Freunden Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt eine Führungsrolle in der rechtsextremen Szene Jenas gespielt. Zschäpe habe als „Tarnkappe" des Trios fungiert, meinen die Ankläger. Aber es habe sich auch gezeigt, dass die Angeklagte "durchaus zum Stich ins Herz im Stande war".

Warum das Trio im Jahr 2007 seine Mordserie beendete, habe die Beweisaufnahme nicht beantworten können, sagte Greger. Den Selbstmord von Mundlos und Böhnhardt im November 2011 nannte die Anklägerin eine geplante „Exit-Strategie", ebenso wie Zschäpes Versuch, die Fluchtwohnung zu zerstören und Beweise zu vernichten.

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mta/mh/mit Agentur-Material
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