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News-Service: WM 2018
Timo Werner bei Confed-Cup-Sieg abgeräumt
Der Videobeweis schafft mehr Probleme als Lösungen

Der neu eingeführte Videobeweis soll Schiedsrichter vor Fehlentscheidungen schützen. Doch besonders eine Szene im Finale des Confed Cups zeigt: Wehe, wenn die Referees trotzdem daneben liegen. Die vermeintliche Modifikation zieht weitere Probleme nach sich, die das Spiel unattraktiver machen.

Gleich mehrere Szenen polarisieren beim Confed-Cup-Sieg des deutschen Teams gegen Chile (1:0), ein Moment stellt sogleich den neugeschaffenen Videobeweis in Frage. Timo Werner wird in der 63. Minute vom chilenischen Verteidiger Gonzalo Jara an der Außenlinie abgeräumt. Mit dem Ellenbogen.

Ellenbogenschlag gegen Timo Werner

Der Schlag des früheren Mainzers gegen den Stürmer von RB Leipzig ist im TV klar zu sehen. Die Bilder sind eindeutig: Tätlichkeit. Die Folge daraus: eine Rote Karte. Daran gibt es keinen Zweifel – eigentlich.

"Mir tut der Kiefer von dem Schlag noch weh, ich kann nicht richtig schlucken", sagt Werner später im ZDF über sie Szene.

Schiedsrichter Milorad Mazic fordert zwar den Videobeweis an. Doch der Video-Referee sieht die Szene überraschenderweise anders. Es gibt die Gelbe statt die Rote Karte für Jara.

"Das ist ja lächerlich, da dann Gelb zu zeigen", meint ZDF-Experte Holger Stanislawski nach der Partie; sein TV-Kollege Sebastian Kehl legt nach: "Das kann niemand gesehen haben, der was mit Fußball zu tun hat. Das war keine natürliche Bewegung, eine ganz klare Rote Karte."

Strittige Szene beim Confed-Cup-Finale

Der Videobeweis soll zwar ein Problem lösen. Das Hilfsmittel trägt im Idealfall dazu bei, krasse Fehlentscheidungen zu verhindern. Bei Abseitsstellungen oder Handspielszenen sollte das gut möglich sein. Der Videobeweis schafft dafür aber gleich drei neue Probleme.

1. Das Confed-Cup-Finale zeigt, dass am Video-Bildschirm offensichtlich selbst klarste Szenen unterschiedlich interpretiert werden können – und dadurch dann doch zu vermeintlichen Fehlentscheidungen werden. Das macht die Schiedsrichter umso angreifbarer.

Chilene machte sich gegen Deutschland lächerlich

2. Der Videobeweis sorgt für reihenweise Unterbrechungen und damit neue Unruhe. Zweimal ist das im Finale Chile gegen Deutschland der Fall. Hinterher gibt es fünf Minuten Nachspielzeit. Nicht auszudenken, wie lange bei mehreren Video-Unterbrechungen nachgespielt worden wäre.

3. Die Spieler beginnen plötzlich, Videobeweiseeinzufordern. Und wie lächerlich das aussehen kann, hat Eduardo Vargas zum Besten gegegen.

Als Alexis Sanchez im Strafraum gegen Sebastian Rudy läuft, eine Allerweltszene., zeichnet Vargas vor Schiedsrichter Mazic jedoch energisch das Symbol für den Videobeweis in die Luft.

Was macht der serbische Schiedsrichter? Er zeigt dem heißblütigen Chilenen die Gelbe Karte. Es ist dasselbe Muster wie beim unsäglichen Fordern derselben. Es sieht nur, mit Verlaub, noch dämlicher aus.

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