Dann rückt seine Schulden-Saga wieder in den Vordergrund: Einen gigantischen Schuldenberg von knapp 40 Millionen Euro hat Becker angehäuft – Stand jetzt. Wie will er diese Summe jemals zurückzahlen?
Immer wieder wird seine Villa auf Mallorca genannt. Doch die gilt bei Immobilienmaklern als Trauerfall. Aktuelle Schätzungen gehen von einem Marktwert von höchstens fünf Millionen Euro aus.
Angeblich in Öl- und Gasgeschäfte in Nigeria investiert
Für seinen Job als Tennis-Kommentator verdient er sicher gutes Geld. Doch auch das sind Peanuts im Vergleich zu den Verpflichtungen, die auf ihn warten.
Um deutlich mehr Geld könnte es bei einem Geschäft gehen, von dem jetzt der „Spiegel" berichtet: Angeblich soll Becker in der Vergangenheit in Öl- und Gasgeschäfte in Nigeria investiert haben. Das jedenfalls würden interne Dokumente der Enthüllungsplattform Football Leaks belegen.
Das Nachrichtenmagazin berichtet, eine zwielichtige PR-Agentur aus Kasachstan habe Becker ab Ende 2013 vermarktet. Offiziell teilte die Agentur Doyen Global mit, Becker solle ihnen „helfen, ihre Tennispräsenz auszubauen".
Becker sollte „Türöffner in bestimmten Kreisen sein"
Tatsächlich aber hätten es die Manager auf Becker Kontakte zu Akteuren des afrikanischen und asiatischen Rohstoffmarkts abgesehen. Das würden Emails belegen, die sich Doyen-Mitarbeiter gegenseitig schrieben, berichtet der „Spiegel" weiter.
Demnach habe Beckers Londoner Unternehmen Becker Private Office im Juli 2013 Anteile an Öl- und Gasgeschäften in Nigeria gehalten. Becker selber habe den ghanaischen Präsidenten sowie den indischen Stahlunternehmer Lakshmi Mittal besucht.
Die Hoffnung der Kasachen: Becker könnte „ein Türöffner für uns in bestimmten Kreisen sein". Tatsächlich lud der Deutsche zum ATP-Finale in der Londoner O2-Arena unter anderem einen hochrangigen Diplomaten aus Mosambik und den Sohn des gabunischen Präsidenten ein.
Flossen zehn Millionen Euro in nigerianische Ölquellen?
Der „Spiegel" berichtet außerdem von einem zweiten Afrika-Geschäft Beckers. Die Investmentbank Forbes & Manhattan bereitete demnach 2013 zusammen mit Beckers nigerianischem Mitarbeiter Misan Harriman ein Geschäft vor. Hierbei sollten mindestens zehn Millionen Dollar in nigerianische Ölquellen investiert werden. Allerdings sei nicht bekannt, ob das Geschäft abgeschlossen wurde, geschweige denn ob Becker dabei etwas verdiente.
Klarheit wird es hingegen bald in der Schweiz geben: Beckers Rechtsstreit mit seinem früheren Geschäftspartner Hans-Dieter Cleven geht in die nächste Runde. Cleven fordert von dem Tennis-Helden Darlehen in Höhe von 36,5 Millionen Euro zurück.
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