Die Autoindustrie will ältere Fahrzeuge umrüsten: Sie will alte Diesel auf Euro 6 nachrüsten. Experten bezweifeln jedoch, dass sich dies so einfach bewerkstelligen lässt – und dann auch die erwünschte Wirkung zeigt.
Möglicherweise ist es ohnehin zu spät: In Stuttgart hat die Justiz Zweifel am Plan der Autoindustrie angedeutet. Seit mindestens sieben Jahren werden dort die EU-Grenzwerte für Stickstoffdioxid (NO2) zum Teil um das Doppelte übertroffen. Die Deutsche Umwelthilfe will deshalb vor Gericht ein generelles Diesel-Verbot ab 2018 durchsetzen.
Umweltbundesamt sammelt Daten mit Messstationen im ganzen Land
Sollten sich die Richter in ihrem Urteil am kommenden Freitag für ein Diesel-Verbot aussprechen, hätte dies Signalwirkung für andere Städte und Ballungsgebiete in Deutschland, in denen die Grenzwerte regelmäßig überschritten werden. Vor allem in Großstädten läuft die Debatte über den Dieselbann auf Hochtouren. Konkret drohen derzeit auch in Köln, Düsseldorf, München sowie in Wiesbaden Verbote. Laut ADAC-Berechnung aus dem Jahr 2016 wären rund 13 Millionen Diesel-Autos betroffen.
Eine entscheidende Rolle spielen dabei die Stickoxid-Werte (NO2), die das Umweltbundesamt an seinen Messstationen ermittelt. Diese Stationen sind über das ganze Land verteilt – vor allem an großen Straßen in den Städten wird die Luft untersucht. Anhand dieser Daten errechnen die Experten den Durchschnittswert eines Ortes für das ganze Jahr.
FOCUS Online liegt die aktuelle Erhebung aller deutschen Messstellen vor. Das Ergebnis: Auch eher kleinere Städte können mit erschreckend hohen Werten aufwarten. In Kiel etwa wurde 2016 einer der höchsten Durchschnittswerte der ganzen Republik gemessen.
Unsere Karten zeigen, in welchen deutschen Orten die Grenzwerte überschritten werden.
So lesen Sie die Grafiken
Wenn Sie eine farbig markierte Kommune mit der Maus berühren, wird der NO2-Durchschnittswert in Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m³) angezeigt. Erlaubt sind bis zu 40 µg. Kommunen, die diesen Wert locker erfüllen, sind in der Grafik grün gefärbt. Kommunen, deren Messwerte sich der 40-µg-Grenze nähern, sind gelb gefärbt. Ist Ihre Stadt oder Kommune rot gefärbt, müssen Sie sich Gedanken machen: Hier übersteigen die Messwerte an mindestens einer Station den Grenzwert. Weiße Flächen bedeuten, dass es in der Kommune keine NO2-Messstelle gibt. Bei mehreren Messstellen wurde für den Ort der höchste Einzelwert eingetragen.
App-Nutzer klicken bitte hier, um die Karten anzusehen.
Baden-Württemberg
Bayern
Brandenburg
Hessen
Mecklenburg-Vorpommern
Niedersachsen
Nordrhein-Westfalen
Rheinland-Pfalz
Saarland
Sachsen
Sachsen-Anhalt
Schleswig-Holstein
Thüringen
Auch in den Stadtstaaten Berlin (höchster Durchschnittswert 51 µg), Bremen (41 µg) und Hamburg (62 µg) werden die Grenzwerte zum Teil deutlich überschritten.
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